SWISS reduziert Flotte, Streckennetz und Arbeitsplätze

25. Februar 2003

Der Verwaltungsrat der SWISS hat am 24. Februar 2003 das von der Geschäftsleitung vorgelegte Massnahmenpaket gutgeheissen. In Zürich, Genf, Basel, Bern und Lugano werden Frequenzen reduziert oder Strecken gestrichen. Die Flotte wird um 20 Flugzeuge reduziert: 17 Regionalflugzeuge, zwei Boeing MD-83 und eine Airbus A321. Diese Massnahmen haben den Abbau von rund 700 Stellen zur Folge. Swiss International Air Lines reagiert damit auf die sich weiter verschlechternde Konjunktur mit Anpassungen im Streckennetz und einer Reduktion der Flotte. Die Änderungen werden auf den Sommerflugplan ab 30. März 2003 wirksam.

Die anhaltend schlechte Wirtschaftslage und die tiefgreifende Krise im Weltluftverkehr beeinträchtigen die wirtschaftliche Entwicklung der Schweizer Airline und zwingen die Geschäftsleitung von SWISS zu raschem Handeln. Trotz höherem Marktanteil gehen die Erträge und Passagierzahlen auf dem Europanetz drastisch zurück.

Die Grundlage für die Entscheidungen im letzten November bildeten die Zahlen von August/September 2002. Ein halbes Jahr später, hat sich die Situation dramatisch verändert. Die gute Auslastung vermochte die Schwankungen beim Yield (Ertrag pro Sitz) auszugleichen. Doch nach dem saisonbedingten Rückgang im November sank die Kurve der Passagierzahlen im Dezember (-5%) und Januar (-10%) gegenüber dem Budget rapide ab und sie fällt weiter. Die Regional- und Kurzstrecken sind negativ, die Langstrecken liegen indessen immer noch im Budget.

Die allgemeine schlechte Wirtschaftslage schlägt sich in der Airlinebranche vor allem in einem veränderten Konsumverhalten nieder. Bisherige Businesspassagiere buchen aus Spargründen vermehrt Economy. Mit den schlechten Prognosen für 2003 ist keine Besserung in Sicht.

Flotte
Der grosse Nachfrage-Rückgang im Europaverkehr macht eine Anpassung der Kapazitäten bei der Europaflotte unumgänglich. Die SWISS wird 20 Flugzeuge aus dem Verkehr ziehen. Abgebaut werden ein Airbus A321, zwei Boeing MD-83 und 17 Regionalflugzeuge. Damit wird die Europaflotte der SWISS, inklusive der Airbus A320-Flugzeuge, über höchstens 84 Flugzeuge verfügen.

Zürich
In Zürich werden die Kapazitäten bei insgesamt 24 Destinationen angepasst. Das beinhaltet je eine zusätzliche Frequenz nach Warschau und Stuttgart. Eine Reduktion der Frequenzen wird es auf den Strecken nach London City, Graz, Hannover, Köln, Nürnberg, Prag, Bukarest, Nizza, München, Madrid und Barcelona geben. Eingestellt werden die Verbindungen nach Salzburg, Sarajevo, Tirana, Toulouse, Jersey, Guernsey, Dresden, Bremen, Turin, Bilbao, Göteborg. Durch die Kapazitätsanpassungen verringern sich die angebotenen Sitzkilometer im Europaverkehr ab Zürich um 12 Prozent.

Basel
In Basel werden die Kapazitäten bei insgesamt 18 Destinationen angepasst. Eine Reduzierung der Frequenzen wird es auf den Strecken Hamburg, Berlin Tempelhof, Wien, Brüssel, Amsterdam, Bern und Genf geben. Eingestellt werden die Verbindungen nach Stockholm, Helsinki, Kopenhagen, Stuttgart, Bordeaux, Marseille, Palma de Mallorca, Florenz, Toulouse, Bilbao und Sevilla.

Für Basel verringern sich die angebotenen Sitzkilometer im Europaverkehr dabei um 31 Prozent. Es findet jedoch keine Verschiebung von Destinationen aus Basel nach Zürich statt. Die Massnahmen sind nicht aus regionalen oder politischen, sondern rein aus wirtschaftlichen Überlegungen getroffen worden. Die Auslastung der Flüge vom EuroAirport in Basel betrug im Januar nur 35 Prozent.

Genf
In Genf werden die Kapazitäten bei sechs Destinationen angepasst. Ausgebaut werden die Verbindungen nach Rom. Eine Reduzierung der Frequenzen wird es auf den Strecken Basel und Lugano geben. Eingestellt werden die Verbindungen nach Alicante, Sevilla und Berlin. Die angebotenen Sitzkilometer reduzieren sich um 11 Prozent.

Bern und Lugano
Lugano erhält den vielgewünschten Frühflug nach Zürich, hingegen wird die Mittagsfrequenz nach Genf gestrichen. Bern wird künftig nur noch mit einer Tagesrandverbindung an den EuroAirport angeschlossen sein. SWISS hat der Berner Regierung jedoch zugesagt, an Lösungen aktiv mitzuarbeiten, damit Bern effizienter an den Hub Zürich angeschlossen werden könnte. Die Verbindung nach Paris, deren Schliessung bereits früher bekanntgegeben wurde, liegt nicht in der SWISS-Strategie. Es hat auf dieser Linie zu wenige Lokalpassagiere und die Langstreckenpassagiere bringt SWISS lieber auf das eigene Netz.

Stellenabbau
Bis 700 Stellen werden betroffen sein, in Cockpit und Kabine je rund 200, beim Management und Bodenpersonal 300. Für den Stellenabbau erarbeitet SWISS mit den Gewerkschaften möglichst sozial-partnerschaftliche Lösungen. Es ist wahrscheinlich, dass im Bereich Kabine die natürliche Fluktuation für den nötigen Abbau ausreichen wird.

Ausblick
Aufgrund der anhaltend schlechten Wirtschaftslage und der tiefgreifenden Krise im Weltluftverkehr, ist die SWISS nicht in der Lage am Ziel eines ausgeglichenen Ergebnisses im Jahr 2003 festzuhalten. Eine Prognose für das Ergebnis dieses Jahres ist aufgrund der unsicheren Entwicklung zur Zeit nicht möglich.