SWISS: Neuer Regionalteil und Reduktion der Personalkosten

02. Mai 2003

Der Verwaltungsrat der Swiss International Air Lines hat die Absicht den Regionalteil der SWISS auszugliedern und ab Winterflugplan 2003 / 2004 unter dem Brand „SWISS Express“ als eigenständige Tochterfirma fliegen zu lassen. SWISS Express wird ein auf den Regionalmarkt zugeschnittenes Produkt zu konkurrenzfähigen Preisen anbieten. Dazu sollen die Kosten im Regionalverkehr um 20% unter den jetzigen Stand gesenkt werden. Mit diesem Schritt reagiert die SWISS auf die veränderten Marktbedingungen. Auch im Hauptgeschäft soll gespart werden. Geplant ist eine Reduktion der Personalkosten in enger Zusammenarbeit mit den Personalverbänden. Für die bevorstehenden Sommermonate erwartet SWISS eine steigende Nachfrage und Auslastung ihrer Maschinen. Kapazitätsanpassungen im Mittel- und Langstreckenbereich sind deshalb frühestens auf den Winterflugplan 2003 hin notwendig.

Verwaltungsrat und Management von SWISS haben eine Reihe taktischer und strategischer Massnahmen beschlossen, um die Zukunft der Airline nachhaltig zu sichern. Zur Bewältigung der Einbrüche bei den Passagierzahlen wegen des Irakkriegs und der Lungenkrankheit SARS hat SWISS bereits umfangreiche temporäre Frequenzanpassung vorgenommen und die angebotenen Sitzkilometer weltweit um 6 Prozent reduziert. Für den ertragreicheren Sommer hat die SWISS ihr Netzwerk optimiert, sieht aber aufgrund der zu erwartenden Auslastungen von einer Netzwerkreduktion ab. Strukturelle Anpassungen an Flotte und Netzwerk in allen Bereichen werden allenfalls auf den Winterflugplan hin vorgenommen.

Grundsätzlich hält SWISS an ihrer Strategie einer Fluggesellschaft mit einer im Netzwerk integrierten Umsteigeplattform fest. Die Voraussetzungen für einen profitablen Betrieb sind nach Abklingen der vorübergehenden Krisenfaktoren vorhanden. SWISS garantiert damit die Anbindung der Schweiz an den interkontinentalen Luftverkehr und leistet damit einen wichtigen Beitrag für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Swiss verfügt trotz hohen Anfangsverlusten im Jahr 2003 über genügend Liquidität. Ein Grounding ist kein Thema. Die Liquidität beläuft sich Ende 1. Quartal auf CHF 861 Mio., per Ende Jahr erwartet die SWISS auch ohne neuen Betriebskredit und ohne zusätzliche Massnahmen eine Liquidität von CHF 500 Mio.

SWISS Express für den Regionalverkehr
Die Airlinebranche insgesamt ist im Umbruch. Die SWISS passt deshalb ihr ursprüngliches Geschäftsmodell den neuen Marktbedingungen an. Insbesondere im Europaverkehr heisst dies, kostengünstige Verbindungen anbieten zu können. Deshalb beabsichtigt der SWISS-Verwaltungsrat mit SWISS Express einen eigenständigen Regionalteil zu schaffen.Ziel ist es, eine schlanke Organisation zu schaffen, in der die Kosten 20 Prozent unter denjenigen von heute liegen. SWISS Express soll ab Winterflugplan 2003 für die SWISS Zubringer- und Nischenflüge ausführen. SWISS Express wird als Operator für SWISS auftreten.

Die Flugzeugflotte von SWISS Express soll folgende Typen umfassen: Saab 2000, Avro 85/100, Embraer 145 und später voraussichtlich die neuen Embraer 170 und 195. SWISS Express soll eine 100-prozentige Tochter der SWISS werden, mit eigenem Verwaltungsrat und eigener Geschäftsleitung. Ein detaillierter Businessplan ist in Arbeit. Die Projektleitung liegt bei Manfred Brennwald, Managing Director Operations, designierter CEO ist Björn Näf, bisher EVP Product & Services bei der SWISS.

Reduktion der Personalkosten
Mit dem Verbesserungsprogramm Target Turnaround spart die SWISS bereits CHF 600 Mio., davon rund 500 Millionen Franken im laufenden Jahr. Da die Erträge im Luftverkehr in absehbarer Zeit eher sinken werden, die unbeeinflussbaren Kosten jedoch tendenziell ansteigen, kann die Ergebniserosion nur mit einer weiteren Senkung der Produktionskosten verhindert werden. Weitere Einsparungen bei den Personalkosten sind deshalb unumgänglich. Ziel ist es, die für dieses Jahr budgetierten Lohnkosten von CHF 1 Milliarde um 10 Prozent zu senken. Diese Massnahme kann nur in enger Zusammenarbeit mit den Personalverbänden umgesetzt werden. Um mit dem gutem Beispiel voran zu gehen, hat das Topmanagement ab sofort eine 14-prozentige freiwillige Kürzung des eigenen Salärs beschlossen.