Stellungnahme zum Vergleichsvorschlag des Schiedsgerichts

27. Mai 2003

Swiss International Air Lines kann auf den Einigungsvorschlag des Schiedsgerichts nicht eintreten. SWISS muss die volle Flexibilität bewahren, um rasch auf die sich verändernden Marktverhältnisse reagieren zu können. Die gesamte Luftfahrtindustrie befindet sich in der schwersten Krise ihres Bestehens. Falls SWISS nicht wie jede andere Airline ihre Flotte nach rein wirtschaftlichen Kriterien bestimmen kann, ist sie in ihrer Existenz bedroht. Vorschläge, aus Senioritätsgründen Langstrecken-Piloten anstelle von Regionalpiloten entlassen zu müssen oder umgekehrt, sind sowohl aus operationellen wie auch aus finanziellen Gründen nicht realisierbar.

SWISS hat zwei getrennte Pilotenkorps, welche in zwei verschiedenen Märkten mit unterschiedlichen Bedingungen operieren. Dabei gilt einfach gesagt: kleine Flugzeuge – kleine Löhne, grössere Flugzeuge – grössere Löhne. Nach diesem wirtschaftlichen Gesetz funktionieren alle Märkte der Airlinebranche.

Müssten nun bei einem Abbau aus personalpolitischen Gründen Piloten aus einem anderen Korps entlassen werden, als dies aus wirtschaftlichen Gründen nötig ist, gäbe dies immense Kosten, sowie grosse Probleme für die Operation. Die SWISS wäre in der jetzigen schwersten Krise der Luftfahrt in ihrer Existenz unmittelbar bedroht.

SWISS ist es jedoch ein grosses Anliegen, den Piloten der kleineren Flugzeuge bei SWISS Express faire Bedingungen im Vergleich zu anderen Regionalflug-gesellschaften zu bieten und ein zukunftsgerichtetes Karrieremodell auszuarbeiten.

Vor dem Hintergrund dieser Überlegungen konnte SWISS auf den Einigungsvorschlag des Schiedsgerichts nicht eintreten. Dieser hätte bei einem Abbau vorgesehen, dass Piloten aus den beiden Korps ungeachtet der betrieblichen Ansprüche im Reissverschlusssystem abzubauen wären.

Die Pilotengewerkschaft SWISS PILOTS hat dem Einigungsvorschlag des Schiedsgerichts zwar zugestimmt, verbindet diese Zustimmung jedoch mit für die SWISS inakzeptablen Bedingungen, die weit über den Vorschlag des Schiedsgerichts hinausgehen.

SWISS hat das Schiedsgericht gebeten, den Entscheid über die Klage der Pilotengewerkschaft SWISS PILOTS erst Ende Juni zu fällen, wenn die künftige Struktur des Unternehmens im neuen Businessplan feststeht. Der sich weiterhin stark verschlechternde Markt wird SWISS zweifellos nochmals zu einer markanten Anpassung von Flotte und Netzwerk und damit auch des Personalbestandes zwingen.