Unterstützen Sie 14 Projekte für eine globale Wirkung
Auf dieser Seite finden Sie weiterführende Informationen zum Klimaschutzprojektportfolio der Lufthansa Group – etwa zu Wirkmechanismen, Projektstandards und zu Projektaktivitäten. Fluggäste der Lufthansa Group können im Rahmen unserer Angebote für nachhaltigeres Reisen zu diesen Klimaschutzprojekten beitragen.
Das Klimaschutzprojektportfolio besteht aus 14 hochwertigen Projekten der vier Anbieter myclimate, First Climate, Ceezer und Senken sowie Projekten der Projektentwickler Climeworks und 1PointFive. Es umfasst Projekte in den Heimatmärkten Deutschland, Österreich, Schweiz und Belgien der Lufthansa Group sowie zusätzlich Projekte in weiteren Ländern weltweit. Alle Projekte erfüllen höchste Qualitätsstandards und sorgen dafür, dass CO2-Emissionen entweder vermieden oder für einen längeren Zeitraum aus der Atmosphäre gebunden werden.
Wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer neutralen CO2-Bilanz im Jahr 2050
Die Unterstützung von Klimaschutzprojekten, oft als „Kompensation“ oder „Offsetting“ bezeichnet, spielt eine zentrale Rolle auf dem Weg zu Netto-Null bis 2050. Da der Luftverkehr zu den besonders schwer zu dekarbonisierenden Sektoren zählt, werden trotz des klaren Fokus auf Emissionsreduktion – etwa durch kontinuierliche Flottenmodernisierung, Sustainable Aviation Fuel und Effizienzmassnahmen – nach aktuellem Stand auch künftig Restemissionen verbleiben. Klimaschutzprojekte können daher ergänzend dazu beitragen, Emissionen zu vermeiden oder CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen.
Mit Ihrer Unterstützung treibt die Lufthansa Group nicht nur freiwillig wichtige Fortschritte auf dem Weg zu einer emissionsärmeren Zukunft voran, sondern trägt auch dazu bei, frühzeitig Nachfrage zu generieren und wirkt so als Impulsgeber für die Entwicklung und den Ausbau von Technologien zur CO₂-Entfernung.
Höchste Qualitätsstandards zur Sicherstellung der positiven Klimawirkung
Klimaschutzprojekte haben komplexe ökologische und soziale Wirkungszusammenhänge, weshalb der genaue Umfang ihrer CO₂-Einsparungen naturgemäss variieren kann. Durch die Auswahl von sorgfältig geprüften Projekten stellen Lufthansa Group und die Projektpartner sicher, dass die Unterstützung einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leistet. Alle von der Lufthansa Group unterstützten Projekte erfüllen die höchsten aktuellen Qualitätsstandards. Die meisten Projekte ausserhalb Europas sind nach internationalen Standards wie „Gold Standard“ oder „Puro.Earth“ zertifiziert. Die Wirksamkeit und Qualität lokaler europäischer Klimaschutzprojekte werden durch heimische Standards wie beispielsweise "Carbon Standards International (CSI)" oder ISO 14064 sichergestellt.
Die Klimaschutzprojekte stärken nicht nur den Klimaschutz, sondern leisten zusätzlich auch einen Beitrag für mehr Biodiversität und verbesserte Lebensbedingungen für Menschen vor Ort.
Klimaschutzprojekte wirken über CO2-Entfernung oder Vermeidung
Die von der Lufthansa Group unterstützten Klimaschutzprojekte lassen sich hinsichtlich ihrer Wirkungen auf das Klima in die beiden Kategorien „Removal“ (Entfernung) und „Avoidance“ (Vermeidung) einteilen.
Projekte, bei denen CO2 aus der Atmosphäre entfernt und anschliessend gespeichert werden, werden als sogenannte „Removal“ Projekte bezeichnet.
Diese funktionieren beispielsweise naturbasiert, etwa über die Wiederaufforstung von Wäldern. Der Wirkung für das Klima liegt im Allgemeinen der Prozess der Photosynthese zugrunde. Bei dieser wird während des Wachstums von Pflanzen CO2 aus der Umgebungsluft gelöst und während des Pflanzenwachstums zu Zucker und Stärke umgewandelt und somit in den Pflanzen gebunden.
Bei technologisch basierten Removal-Projekten stehen Lösungen zur dauerhaften Bindung von CO2 aus der Atmosphäre im Vordergrund. So wird beispielsweise bei sogenannten „Biochar-Projekten“ CO2 über Photosynthese aus der Umgebungsluft gelöst und als Kohlenstoff in Form von Biokohle gebunden.
Besonders fortschrittliche Technologien ermöglichen Lösungen, bei denen CO2 direkt aus der Umgebungsluft gefiltert und anschliessend langfristig in geologischen Speichern gespeichert wird. Diese Projekte sind heute in einem noch geringen Mass verfügbar. Die Lufthansa Group engagiert sich schon jetzt für die Förderung und Nutzung dieser innovativen technologischen Möglichkeiten.
Naturbasiert
Belgiens Agrarlandschaft steht an einem kritischen Wendepunkt, da die konventionelle Landwirtschaft die Bodengesundheit unbeansprucht und Betriebe zunehmend Dürren und Überschwemmungen aussetzt sind. Soil Capital reagiert darauf mit dem Management des ersten zertifizierten CO2-Zahlungsprogramms in Europa, das Landwirte für ihre Rolle bei der Bewältigung der Klimakrise belohnt.
Das Vichada-Projekt umfasst ca. 76.000 Hektar brachliegende Savanne mit einzelnen Waldparzellen. Im Rahmen des Projektes werden bestehende Wälder vor der Abholzung geschützt und die Savannenflächen mit Teak-, Kiefern- und Eukalyptusbäumen aufgeforstet, wodurch ein artenreicher Mischwald entsteht, der wertvollen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten bietet.
Das regenerative Landwirtschaftsprojekt von Klim adressiert den dringenden Bedarf an Bodenregeneration und Klimaschutz in der deutschen Landwirtschaft. In Zusammenarbeit mit über 3.500 Landwirten auf mehr als 700.000 Hektar unterstützt Klim den Übergang von konventioneller zu regenerativer Landwirtschaft. Zu den Praktiken gehören vielfältige Fruchtfolgen, reduzierte Bodenbearbeitung, ganzjährige Bodenbedeckung und organische Düngemittel.
Die italienische Landwirtschaft steht derzeit vor grossen Herausforderungen durch Bodendegradation und den Klimawandel. Das Projekt unterstützt die Einführung von dreizehn evidenzbasierten regenerativen Praktiken, von Zwischenfruchtanbau und reduzierter Bodenbearbeitung bis hin zum Einsatz von Kompost, Pflanzenkohle und Agroforstwirtschaft. Landwirte erhalten technische Unterstützung und Schulungen zur Integration dieser Praktiken, welche die Kohlenstoffbindung im Boden erhöhen und gleichzeitig die Produktivität steigern sowie die Abhängigkeit von Chemikalien verringern.
Technologiebasiert
Sonnenerde ist seit 2012 Vorreiter auf dem europäischen Biokohlemarkt und wandelt organische Abfälle in Biokohle um – ein klimapositives Material, das durch die Erhitzung organischer Rückstände unter sauerstoffarmen Bedingungen entsteht. Durch diesen Prozess wird CO₂ dauerhaft in einer stabilen Kohlenstoffform gebunden, wodurch eine langfristige Kohlenstoffsenke entsteht. Das in Riedlingsdorf, Österreich, ansässige Unternehmen Sonnenerde nutzt Siebrückstände aus der eigenen Kompostieranlage als Ausgangsmaterial.
Exomad Green betreibt das weltweit grösste Pflanzenkohle-Kohlenstoffentfernungsprojekt und wandelt nachhaltige Forstrückstände in eine wirkungsvolle Klimalösung um. Exomad sammelt Biomasse und wandelt sie durch Pyrolyse in Pflanzenkohle um – ein Hochtemperaturprozess, der Kohlenstoff in einer stabilen Form für über 1.000 Jahre bindet.
„Mammoth“ ist die grösste Anlage von Climeworks zur direkten Luftabscheidung und -speicherung und eine der modernsten Anlagen zur Kohlenstoffentfernung weltweit. Sie befindet sich in Hellisheiði, Island, und ist seit Mai 2024 in Betrieb. Die Anlage entzieht der Luft direkt Kohlendioxid (CO₂) und speichert es dauerhaft unterirdisch, wo es in Gestein umgewandelt wird.
Dieses von der Gemeinschaft getragene Projekt im ländlichen Indien ist eine der weltweit grössten Biochar-Initiativen. Durch die Umwandlung dieser Biomasse in stabile Pflanzenkohle mittels Hochtemperaturpyrolyse wird eine dauerhafte CO₂ Entfernung gewährleistet, die atmosphärisches CO₂ für voraussichtlich über 1.000 Jahre in stabiler Form bindet.
Die Schweiz hat einen kritischen Bedarf an skalierbaren Lösungen zur CO₂ Entfernung, um Biomasserückstände zu verwerten, die andernfalls bei der natürlichen Zersetzung CO₂ und Methan freisetzen würden. Recoal ist eines der ersten Unternehmen, das dieses Problem mit einem neuartigen Ansatz zur CO₂ Entfernung und -speicherung aus Biomasse (BiCRS) auf Basis der hydrothermalen Karbonisierung angeht.
Die direkte Kohlenstoffabscheidung und -speicherung aus der Luft ist eine der skalierbarsten Lösungen zur dauerhaften Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre. Die STRATOS-Anlage von 1PointFive im Süden der USA fängt Kohlendioxid aus der Atmosphäre auf und speichert es dauerhaft und sicher unterirdisch. Dieses Projekt nutzt die neuesten technologischen Innovationen in dieser weltweit einzigartigen Grossanlage.
Sogenannte „Avoidance“ Projekten zielen darauf ab, die Emission von zusätzlichem CO2 zu vermeiden. Die geförderten Projekte fördern beispielsweise die Verbreitung und Nutzung energieeffizienter Kochherde oder die Verwendung modularer Biogasanlagen. Neben einer Wirkung für Umwelt und Klima leisten diese Projekte einen vielfachen Nutzen zur Erhaltung der Biodiversität oder der Verbesserung der Lebenssituation lokaler Bevölkerungen durch die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen oder sauberer Umgebungsluft.
Sistema.bio begegnet den miteinander verknüpften Herausforderungen von Energiearmut, Abfallmanagement und Bodendegradation, indem es Kleinbauern modulare Biodigester (Biogasanlagen) zur Verfügung stellt. Diese Systeme wandeln tierischen Dung in zwei lebenswichtige Ressourcen um: sauberes, erneuerbares Biogas zum Kochen und für den Betrieb von landwirtschaftlichen Geräten sowie hochwertigen organischen Biodünger.
Traditionellerweise wird in den ländlichen Gemeinden im Siaya Gebiet im Westen Kenias auf offenen Feuerstellen gekocht, was Unmengen an Feuerholz verbraucht. Dank kommunalen Spar- und Darlehensgemeinschaften können sich Frauen effiziente Kocher leisten. Dies reduziert die Nachfrage nach Feuerholz und schützt dadurch die lokalen Wälder, was zu verminderten CO₂-Emissionen führt.
MicroEnergyCredits adressiert sowohl den Klimawandel als auch die Luftqualität in der Mongolei durch die Verteilung effizienter Heiztechnologien an einkommensschwache Haushalte. In Partnerschaft mit der XacBank stellt MicroEnergy Credits erschwingliche effiziente Öfen und Hausisolierung über ein Mikrofinanzprogramm bereit und reduziert den Brennstoffverbrauch erheblich. Das Projekt hat seit 2009 über 160.000 Haushalte erreicht und zu einer deutlichen Verbesserung der Luftqualität in Ulaanbaatar beigetragen.
Ziel des Projektes ist es, die Verbreitung energieeffizienter Kochöfen in Uganda zu fördern. Die speziell für das Projekt entwickelten Kochöfen sind simpel, aber haltbar und effektiv. Im Vergleich zu den traditionellen offenen Feuerstellen ermöglichen die neuen Metallkochherde eine Brennstoffeinsparung von bis zu 50 %. Bis heute hat das Projekt über 1,2 Million verbesserte Kochöfen produziert und verkauft sowie mehr als 6 Millionen Menschen erreicht.
Die 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) mit ihren 169 Unterzielen bilden den Kern der Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung. Sie bringen die ökonomische, soziale und ökologische Dimension nachhaltiger Entwicklung in Einklang und setzen die Bekämpfung von Armut und nachhaltiger Entwicklung erstmals auf eine gemeinsame Agenda.
Die SDGs sollen weltweit und von allen UN-Mitgliedsstaaten bis 2030 erreicht werden. Das bedeutet, dass alle Staaten gleichermassen gefordert sind, ihren Beitrag zur gemeinsamen Lösung der drängenden Herausforderungen der Welt zu leisten. Die Schweiz hat sich verpflichtet, die Ziele auch auf nationaler Ebene umzusetzen. Darüber hinaus sollen Anreize geschaffen werden, damit nichtstaatliche Akteure verstärkt einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten.