«Tej!»
So hört man es oft in der Region Posen, wenn jemand die Aufmerksamkeit einer anderen Person auf sich ziehen will, ähnlich wie «Hey» oder «Hör mal». Für Tomasz ist dieses Wort untrennbar mit seiner Kindheit verbunden.
Er wächst in Murowana Goślina, einer kleinen Stadt nördlich von Posen, auf. Die Gegend ist geprägt von der weitläufigen Waldlandschaft der Puszcza Zielonka, einem Naturgebiet mit Wiesen, Seen und dichten Wäldern. Im Sommer verbringen die Kinder viel Zeit draussen, oft auch am Wasser.
Dort lernt Tomasz mit fünf Jahren Bruno kennen. Die beiden verbringen ihre Nachmittage am See, schwimmen, spielen und schauen immer wieder in den Himmel, wenn ein Flugzeug vorbeizieht. Dann zieht Bruno mit seiner Familie nach Schottland. Die Wege der beiden Freunde trennen sich. Doch ihre Wege sollen sich wieder kreuzen.
Der Traum von den Bergen
Nach der Schulzeit studiert Tomasz an der Technischen Hochschule in Posen. Technik fasziniert ihn schon lange. Doch ebenso sehr begeistert ihn das Reisen. Seine Mutter Jola ist oft unterwegs und bringt von ihren Reisen Geschichten aus Singapur, Indien, Nepal oder Thailand mit nach Hause. Für Tomasz öffnen diese Erzählungen ein Fenster zur Welt.
Während seines Studiums beginnt er, sich intensiver mit der Schweiz zu beschäftigen. Er liest über Ingenieurskunst und Präzision. Deutsch lernt er mit Duolingo. Auf Google Maps erkundet er Schweizer Täler und Bergpässe. «Da will ich leben», denkt er.
Der Umzug in die Schweiz ist mutig. Tomasz kennt hier niemanden. Trotzdem fühlt er sich vom ersten Moment an wohl. «In Polen gelten wir Posener als effizient und tüchtig», sagt er. «Das passt gut zur Schweiz.»
Für den Aviatikfan ist bald klar, wohin sein Weg führen soll. Er bewirbt sich bei SWISS.
«In Polen gelten wir Posener als effizient und tüchtig. Das passt gut zur Schweiz»
Cabin Inspector bei SWISS und gebürtig aus Posen
Eine wiedergefundene Freundschaft
Seinen Einstieg macht Tomasz als Cabin Engineer in der Line Maintenance. Dort kümmert er sich vor allem um die Kabine und die Passagierbereiche der Flugzeuge sowie um die Zusammenarbeit mit den diensthabenden Crews.
Die Maschinen treffen tagsüber am Flughafen Zürich ein und werden kontrolliert, bevor sie wieder auf die Strecke gehen. Tomasz arbeitet sich schnell ein. Früh beginnt er, technische Probleme eigenständig zu analysieren, Lösungen zu finden und Entscheidungen zu treffen.
Als sein Kindheitsfreund Bruno ihn eines Tages in der Schweiz besucht, zeigt Tomasz ihm seine neue Welt: die Natur, Zürich und natürlich den Flughafen. Bruno ist sofort begeistert, bewirbt sich ebenfalls bei SWISS und erhält die Zusage.
Wenig später stehen die beiden Jugendfreunde wieder nebeneinander. Nicht mehr am See in Polen, sondern am Flughafen Zürich, wo beide in der Line Maintenance arbeiten. Fast zwanzig Jahre nach ihren gemeinsamen Kindertagen.
Leben für die Aviatik
Seit November 2025 arbeitet Tomasz nun als Cabin Inspector. In dieser Funktion kontrolliert er die Kabineninnenräume der Flugzeuge, prüft Sitze, Verkleidungen und technische Details. Er arbeitet dabei mit Mechanikern, Crews, Ingenieuren und der Planung zusammen. So sorgt er dafür, dass alles den hohen SWISS Standards in Bezug auf Sicherheit und Komfort für die Passagiere entspricht.
Auch privat dreht sich vieles um die Aviatik. 2025 war Tomasz 56-mal in der Luft und legte über 117 000 Flugkilometer zurück. Jede Strecke trackt er genau. Und wenn er reist, dann wenn möglich immer am Fenster.
Selbst als Passagier kann er seinen beruflichen Blick kaum ablegen. Wenn technischer Support gefragt ist, ist er oft der Erste zur Stelle. Etwa dann, wenn ein Passagier sein Handy im Sitz der Business Class verliert.
Zwei Heimaten, eine Verbindung
Mit der neuen Direktverbindung zwischen Zürich und Posen wird Tomasz’ persönliche Route nun Teil des SWISS Netzwerks. Sie erleichtert ihm den Weg nach Hause zu seiner Familie, seinen Freunden und seiner Stadt.
Auch Wrocław, eine weitere SWISS Destination, bleibt wichtig: Dorthin reist er oft, denn hier leben sein Vater Wojciech und seine Freundin Agata. Für Tomasz verbindet Fliegen damit nicht nur Orte, sondern auch die Menschen, die sein Leben prägen.
Die neue Verbindung nach Posen wird so zur Brücke zwischen seinen beiden Welten. Und vielleicht zeigt sie ihm jedes Mal aufs Neue, wie weit einen das Leben trägt, wenn man seinen Träumen folgt.
Tomasz’ Tipps für einen Besuch in Posen:
Alter Markt (Stary Rynek)
Einer der schönsten Marktplätze Polens mit farbenfrohen Bürgerhäusern, Cafés und Restaurants.
Die berühmten Rathausziegen
Täglich um zwölf Uhr stossen zwei mechanische Ziegen auf dem Rathausturm ihre Hörner zusammen. Eine der beliebtesten Traditionen der Stadt.
Dominsel (Ostrów Tumski)
Der historische Ursprung Polens. In der Kathedrale von Posen liegen die ersten polnischen Herrscher begraben.
Maltasee (Jezioro Maltańskie)
Ein beliebtes Naherholungsgebiet mit Spazierwegen, Radstrecken und Wassersportmöglichkeiten. Direkt am See liegt auch die stimmungsvolle Location «Ala ma Wino» mit einer besonderen Auswahl an lokalen und polnischen Weinen.
Kaiserschloss (Zamek Cesarski)
Das imposante Schloss aus dem frühen 20. Jahrhundert beherbergt heute ein Kulturzentrum mit Ausstellungen und Veranstaltungen.
Stary Browar
Eine ehemalige Brauerei, die heute als eines der schönsten Einkaufs- und Kunstzentren Europas gilt.
Polnische Küche entdecken
In den Restaurants rund um den Alten Markt lassen sich Klassiker wie Pierogi oder die berühmten Posener St. Martins Hörnchen probieren.
Ausflug nach Gniezno
Wer sich für die Ursprünge des polnischen Staates interessiert, sollte einen Abstecher nach Gniezno machen – die erste Hauptstadt Polens und einer der geschichtlich bedeutendsten Orte des Landes.
Murowana Goślina im Sommer
Auch Tomasz’ Heimatstadt ist einen Besuch wert. Im Park Dzieje finden im Sommer eindrucksvolle historische Freilichtaufführungen statt, die zu den grössten in Polen zählen. Dazu gehört auch das Nacht-Widowisko «Orzeł i Krzyż», das viele Jahrhunderte polnischer Geschichte lebendig werden lässt.
SWISS fliegt im Sommerflugplan ab dem 29. März erstmals dreimal wöchentlich – jeweils montags, donnerstags und sonntags – von Zürich nach Posen.
Text: Tanja Fegble
Bilder Posen: Visit Poznan
Veröffentlicht am 26.03.2026