Stadtcafés, die glücklich machen: 11 Orte für die Seele

Ob zum Frühstück, auf ein Stück Kuchen, für eine kleine Ruhepause zwischen zwei Terminen oder für entspanntes Plaudern in besonderem Ambiente: Hier sind elf Stadtcafés, in denen man gerne auch mal zu einem zweiten und dritten Kaffee bleibt.

#1  apoTHEKE, Zürich

Wo früher Medikamente abgegeben wurden, duftet es heute nach frisch gebrühtem Kaffee und ofenwarmen Gebäck. Die heiter stimmende Café-Bar im Universitätsviertel am Zürichberg entstand vor zehn Jahren aus einer ehemaligen Apotheke. Geschäftsführerin Nadine Dejung gründete das Café gemeinsam mit drei Gleichgesinnten, voller Leidenschaft und Liebe zum Detail. Bis heute ist es ein beliebter Treffpunkt für Studierende, Schüler:innen der umliegenden Kantonsschulen, Professor:innen und Quartierbewohner:innen. Die Atmosphäre ist unkompliziert: Latte Macchiato, Birchermüesli, Kuchen, Panini oder frisch gepressten Saft holen sich die Gäste selbst am Tresen oder aus den Kühlregalen. Viele bleiben länger als geplant und geniessen die entspannte Stimmung. Auch die Plätze draussen entlang des Trottoirs laden zum Verweilen und People-Watching ein.

#2  Mill’Feuille, Luzern

Altstadtatmosphäre, ein Wintergarten direkt an der Reuss und Kaffeekultur – dazu lockt eine grosse Auswahl an Zeitungen, ein nettes Team und wochenends Frühstück bis 14 Uhr. Zur Auswahl stehen im «Mill’Feuille» Kleingebäck, Brot zum Selberschneiden an der Theke, Birchermüesli, Quark mit Himbeer-Mango-Kompott, Chia-Pudding – aber auch salzige Optionen wie Lachsbagel mit Meerrettichschaum oder Weisswürste mit Laugensemmel. Die Hausspezialität (neben der selbstgemachten Limonade): Onsen-Ei auf Toast mit Blattspinat und Sauce Hollandaise. An warmen Tagen scheint auf der Terrasse neben dem grossen Brunnen am Mühlenplatz die Sonne länger als in den meisten anderen Cafés der Leuchtenstadt.

#3  Grand Café Al Porto, Lugano

Das «Grand Café Al Porto» an der Via Pessina ist für Lugano, was das Café Sprüngli für Zürich ist. Ein mondäner Treffpunkt, der den ganzen Tag über angenehm belebt ist. Hier greifen Damen aus gutem Hause zu den verführerischen Patisserien und Torten, während übermüdete Banker ihren dritten Espresso bestellen. Sehen und gesehen werden – und doch bleibt man für sich. Während das «Sprüngli» am Paradeplatz nach seiner Komplettmodernisierung kaum wiederzuerkennen ist, verführt das Tessiner Traditionslokal noch immer mit seinem unverwechselbaren Mix aus Wiener Kaffeehaus und italienischem Grand Café. Die teilweise freskengeschmückten Räume – darunter der ehemalige Klosterspeisesaal aus dem 16. Jahrhundert – stehen unter Denkmalschutz. In der angeschlossenen Confiserie locken die legendären Amaretti Bianchi und der klassische Panettone.

#4  Coffee Page, Lausanne

Im Parterre eines Jugendstilgebäudes, zwischen Place Saint-François und dem Bahnhof, liegt das  «Coffee Page» – für manche Stadtbewohner:innen wie ein erweitertes Wohnzimmer. Halb Café, halb Buchhandlung, minimalistisch eingerichtet und dank der historischen Bausubstanz mit hohen Decken und grossen Fensterfronten dennoch ausgesprochen gemütlich. Ist man einmal hier, möchte man am liebsten gar nicht mehr gehen. Und das muss man auch nicht: Zahlreiche Kunst- und Bildbände laden zum Schmökern ein, und neben Kaffee und Gebäck werden auch hochwertige herzhafte Häppchen serviert. Gegen Abend verwandelt sich das Café in eine Bar – ebenso stimmig wie beliebt.

#5  Kafisatz, Winterthur

Die schönsten Altstädte im Winter? Winterthur gehört definitiv dazu. Die Stadt mit der grössten zusammenhängenden Fussgängerzone der Schweiz lädt gerade in der kalten Jahreszeit zu ausgedehnten Spaziergängen ein – sei es entlang der zentralen Marktgasse, die sich schnurgerade vom Bahnhof bis zum Obertor erstreckt, oder durch die gepflasterten Gassen und mittelalterlichen Plätze abseits dieser Hauptachse. Wer von der Metzgasse in die Spitalgasse abbiegt, stösst auf das «Kafisatz». Die Café-Bar für jede Tageszeit serviert Matcha Latte, Zitronenkuchen oder frisch gebackenes Focaccia-Brot mit Grillgemüse – ideal für Paare, Einzelgänger:innen oder einfach alle, die eine kleine Auszeit brauchen. Bei Sonnenschein lässt es sich wunderbar auf der lauschigen Hofterrasse verweilen.

#6  Nostalgiecafé Praliné Scherrer, St. Gallen

Gleich gegenüber der barocken Kathedrale liegt das Schokoladenhaus «Praliné Scherrer» – das süsse Herz des Klosterviertels. Seit 2008 schreiben Vittoria Kreis und ihre Tochter Romina Hengartner hier eine Erfolgsgeschichte. Mit Mut, Tatkraft und grosser Leidenschaft für Schokolade entwickeln sie immer neue Kreationen von Trüffeln und Pralinés. Besonders bemerkenswert sind ihre veganen Pralinés aus 100 Prozent biologischen, rein pflanzlichen Zutaten. Ein echter Geheimtipp, den selbst viele Einheimische nicht kennen, ist das kleine «Nostalgiecafé» über dem Laden. In dem holzgeprägten Raum kann man entspannt ein Buch lesen, sich bei heisser Schokolade oder einem Cappuccino aufwärmen oder ein Stück Kuchen geniessen.

#7  Länggass Teeraum, Bern

Im Teegeschäft der Familie Lange dreht sich alles um Tee – für Kenner gilt es als das beste im ganzen Land. Vom Verkaufsladen mit 400 hochwertigen Sorten führt eine knarrende Holzwendeltreppe hinauf in den Teeraum im ersten Stock. Dort kann man einen «High Tea» nach britischem Vorbild geniessen. Auf einer dreistöckigen Etagère werden unten herzhafte Häppchen wie Gurkensandwiches und Lachsstücke serviert, in der Mitte luftige Scones mit Clotted Cream und Konfitüre, oben stapeln sich süsse Leckereien. Dazu wählt man seinen Lieblingstee aus. Preis pro Person: 45 Franken. Wer spontan einen der wenigen Tische ergattern möchte, braucht allerdings Glück – eine Online-Reservierung wird daher empfohlen.

#8  Einstein Café & bel étage, Bern

Unter den Lauben, in den Gassen oder verborgen in einem Gewölbekeller – in der Berner Altstadt hat man die Qual der Wahl bei Cafés. Ob zum Birchermüesli am Morgen, für einen leichten Lunch, zu Kaffee und Kuchen am Nachmittag oder für einen Apéro nach Feierabend: Das «Einstein» ist immer eine gute Adresse. Besonders gemütlich wird es in der kalten Jahreszeit am knisternden Kaminfeuer. Das Café erstreckt sich über zwei Etagen, verbindet modernes Flair mit Gemütlichkeit und liegt in jenem historischen Haus an der Kramgasse, in dem Albert Einstein vor über 100 Jahren die Relativitätstheorie entwickelte. Freundlicher Service und eine sorgfältig zusammengestellte Getränkekarte runden das Erlebnis ab.

#9  Kaffeehaus Unternehmen Mitte, Basel

Seit 1999 ist das Café «Unternehmen Mitte»  in der ehemaligen Schalterhalle einer Bank beheimatet. Aus der eigenen Backstube kommen Baguettes, Croissants, Torten, veganes Eis und die portugiesische Spezialität Pastel de Nata – alles in Bio-Qualität. Auch der Kaffee ist bio, sorgfältig ausgewählt und präzise zubereitet. Mit einer Plantage in Brasilien, die jährlich fünf Tonnen Bohnen liefert, pflegt das Haus eine enge Verbindung zu seinen Kaffeelieferanten. Das Unternehmen Mitte versteht sich als offener Raum und kreativer Treffpunkt für Austausch und Begegnung – ganz ohne Konsumzwang. Abgerundet wird das Kaffeehaus durch den Barbereich «Vorne» mit Terrasse.

#10  Kaffee Klatsch, Chur

In diesem stimmungsvollen Café im alten Postgebäude an der Gäuggelistrasse lässt sich der Tag entspannt beginnen – oder man gönnt sich eine kleine Pause beim Flanieren durch die Gassen der Bündner Hauptstadt. Der hohe, grosszügige Raum mit Kronleuchtern, Jugendstilelementen und unterschiedlich gestalteten Bistrostühlen ist bewusst im Shabby-Chic gehalten, wirkt aber dennoch harmonisch. Wie es sich für ein Café gehört, das seine Gäste ernst nimmt, überzeugt auch der Kaffee: Dafür sorgen Baristas, die ihr Handwerk meisterhaft beherrschen. Bestellt und bezahlt wird an der Theke unter Angabe der Tischnummer, serviert wird freundlich am Platz. An verregneten Nachmittagen ist es jedoch oft schwer, einen freien Tisch zu finden. Sonntags gibt es Brunch von 9 bis 12 Uhr (45 Franken pro Person) – inklusive dem neuesten Kaffee-Klatsch.

#11  Monocle Shop & Café, Zürich

Das «Monocle» an der Dufourstrasse im Seefeld ist ein stylischer Ort für einen Flat White und ein Croissant – halb Café, halb Concept Store. Zwischen handverlesenen Lifestyle-Accessoires, von japanischen Rucksäcken bis zu edlen Schreibutensilien, stöbert man in trendigen Büchern, Magazinen und dem vollständigen Sortiment des Monocle-Verlags, der vor Ort eine Niederlassung hat. Gäste schätzen das internationale Flair, das skandinavische Design und die herzhaften Sandwiches – ebenso wie die Möglichkeit, das Café als temporäres Büro zu nutzen und entspannt am Laptop zu arbeiten, sofern ein freier Platz zu finden ist. Viele kreative Köpfe sind schliesslich am produktivsten, wenn es um sie herum summt und lebt.