„Ich war erfreut darüber, dass ich als einer der ersten Polymechanik-Lernende die neuen Business-Class-Sitze sehen und sogar aufbauen durfte“, erinnert sich Yarin Fuchs. Für die jungen Auszubildenden war es eine besondere Gelegenheit, erstmals direkt an Komponenten zu arbeiten, die später auch im Flugzeug genutzt werden. Der vollständige Aufbau eines Sitzes aus Einzelteilen gehört dabei nicht zum normalen Alltag – auch nicht in der Kabinenwartung – und machte das Projekt zu einem einmaligen Erlebnis. Einige von ihnen konnten sogar an den First-Class-Sitzen Hand anlegen.
„Man muss auch jungen Menschen, mit gezielter Führung, Zutrauen schenken – auch bei solch wichtigen Projekten“, erklärt Domenico Apruzzese, Practical Trainer im Vocational Training von SWISS. Die Idee entstand aus dem Wunsch, praxisnahe Erfahrung zu bieten und gleichzeitig den Spirit der nächsten Generation in ein zukunftsweisendes Produkt einfliessen zu lassen.
Persönlichkeitsentwicklung inklusive
Das Projekt ist weit mehr als ein Montageauftrag. „Selbständigkeit, Wille und Eigeninitiative, natürlich auch Spass an etwas Neuem“, fasst Apruzzese zusammen, was die Lernenden dabei mitnehmen. Es geht um die Fähigkeit, komplexe Aufgaben zu meistern, Verantwortung zu übernehmen und als Team zusammenzuwachsen.
Mit dem neuen Kabinenprodukt zieht frischer Wind in die Langstreckenflotte ein. „Endlich etwas Neues für unser SWISS Cabin Produkt“, so Apruzzese. Die Sitze bieten modernste Mechanik und Elektronik – ein Vorteil für Reisende, aber auch eine Herausforderung für die Wartung.
Der Aufbau der Sitze erforderte hohe Konzentration und Präzision. Schritt für Schritt musste dem Manual gefolgt werden, um zu vermeiden, dass Teile später nicht mehr eingebaut werden konnten. „Viele Abdeckungen, um Kabel zu verstecken, passten nicht auf Anhieb, da musste man sich zu helfen wissen“, erzählt Leon Grüter, Polymechaniker in Ausbildung. Auch die grosse Anzahl an Einzelteilen stellte eine Herausforderung dar, wie Justin Gygax, ebenfalls Polymechaniker in Ausbildung, berichtet: „Manchmal war es gar nicht so einfach, das richtige Teil schnell zu finden. Geduld und Konzentration waren gefragt.“
Trotz der technischen Hürden beeindruckte vor allem das Design der Sitze. Justin schwärmt von der Farbgestaltung in elegantem Bordeaux und der Privatsphäre in der First Class, wo man sich mit geschlossenen Türen fast wie in einem eigenen kleinen Zimmer fühlt. Leon hebt hervor, dass die grösseren Bildschirme und die geschlossene Kabine ein neues Flugerlebnis ermöglichen.
Komfort entsteht aus Präzision
Das Projekt zeigte den Lernenden eindrücklich, wie eng Technik und Passagierkomfort verzahnt sind. „Wenn die Technik nicht funktioniert, nützt der bequemste Sitz nichts“, so Justin. Für Leon steht wiederum fest: „Es muss für den Passagier schön aussehen.“ Das Zusammenspiel von Mechanik, Elektronik und Design ist ein Balanceakt, der viele Details und Präzision erfordert.
Sicherheit durch Training
Damit die Cabin Crew in jeder Situation souverän agieren kann, werden gezielte Schulungen durchgeführt. „Durch Trainings im Operation Center OPC am Flughafen Zürich und durch geschulte Fachkräfte stellen wir sicher, dass auch in Stresssituationen die Technik kein Hindernis ist“, erklärt Apruzzese. Für die Lernenden ist es ein gutes Gefühl, dass ihre Arbeit später zur Schulung der Cabin Crew verwendet wird. „Es ist toll, dass ich zur Ausbildung der Crew etwas beitragen konnte“, sagt Leon. Justin ergänzt: „Dass der Sitz später für Schulungszwecke genutzt wird, macht mich stolz, weil ich direkt zum Training und zur Qualitätssicherung beitrage.“ Als Produktionsmechaniker-Lernender gehört Paul Mitchell zu denjenigen, der in Zukunft direkt in der Kabinenwartung arbeiten wird: „Für mich war es eine wertvolle Erfahrung und eine besondere Gelegenheit, die ich in meiner Ausbildung mitnehmen kann“, so Paul.
Das Projekt zeigt, wie praxisorientierte Ausbildung aussehen kann – mit viel Eigeninitiative, Teamgeist und dem Blick fürs Detail. Mit der neuen SWISS Senses Kabinenausstattung setzt SWISS nicht nur neue Massstäbe im Komfort, sondern investiert auch in die Fachkräfte von morgen.
Text: Yordanos Woldehawariat
Fotos: Domenico Apruzzese
Publiziert: 07 August 2025