Wie lange bist du schon CCM bei SWISS und wie bist du damals zu diesem Beruf gekommen?
Ich bin seit über drei Jahren CCM bei SWISS. Schon früher habe ich darüber nachgedacht, irgendwann mal in diese Richtung zu gehen. Nach der Matura ist das aber etwas in den Hintergrund geraten, weil ich erst mal studieren wollte. Dann habe ich ganz zufällig auf Instagram eine Werbung von SWISS gesehen: „Swipe up und bewirb dich!“ Da dachte ich einfach: Warum nicht? Also habe ich mich beworben und es hat tatsächlich geklappt. Eigentlich wollte ich nur als Übergang fliegen, aber jetzt bin ich immer noch hier, sehr glücklich damit und kann sogar mein Studium mit dem Fliegen kombinieren. Im Laufe der Zeit bin ich noch stärker in das Unternehmen hineingewachsen: Mittlerweile bin ich zusätzlich Content Creator für SWISS und wirke regelmässig an Beiträgen für Instagram und TikTok mit.
Erinnerst du dich noch an deinen ersten Langstreckenflug als CCM? Wie hast du dich damals gefühlt?
Ja, mein erster Flug ging nach New York. Ich hatte vorher kaum Langstreckenerfahrung und New York war für mich immer etwas Besonderes, fast schon ein kleiner Traum. Deshalb war die Aufregung natürlich riesig. Auf einmal sitzt man da in Uniform als Teil der Crew und ist mitverantwortlich für hunderte Passagiere. Ich war erst 20 und wollte natürlich alles richtig machen. Gleichzeitig war ich einfach nur stolz, endlich da zu sein, wo ich immer hinwollte. Ein richtiges Highlight war, dass ich beim Start und bei der Landung im Cockpit sitzen durfte.
«Als wir abgehoben sind und ich die Lichter unter uns gesehen habe, dachte ich nur: Wow, das ist jetzt wirklich mein Job. Das war ein Moment, den ich nie vergessen werde.»
Cabin Crew Member
Was macht für dich einen guten Teamspirit an Bord aus?
Für mich ist es wichtig, positiv zu bleiben und offen miteinander zu kommunizieren. Teamspirit heisst auch, unabhängig von Position oder Erfahrung gut zusammenzuarbeiten. Ich erinnere mich an einen frühen Flug, wir waren alle müde, aber unsere Maître de Cabine war unglaublich gut gelaunt und hat ständig gelacht. Diese Energie hat sich sofort auf das ganze Team übertragen. Trotz der frühen Uhrzeit hatten wir richtig Spass und das hat sich auch auf die Passagiere ausgewirkt.
Gibt es eine unvergessliche oder besonders schöne Begegnung mit einem Gast, an die du dich gerne erinnerst?
Auf einem Flug nach Mumbai stieg eine Frau ein, die völlig aufgelöst war und weinte. Sie erzählte mir, dass ich sie an ihren Sohn erinnere, der gerade in der Schweiz eine Hotelfachschule begonnen habe. Sie habe ihn begleitet und müsse nun allein wieder zurück nach Mumbai, was ihr sichtlich schwerfiel. Als Cabin Crew Member lernt man, dass hinter jedem Passagier eine Geschichte steckt und dass manchmal ein offenes Ohr reicht, um den Moment etwas leichter zu machen.
Wie hat dich die Arbeit als CCM verändert und welche Fähigkeiten sind deiner Meinung nach besonders wichtig für diesen Job?
Die Arbeit hat mich persönlich sehr verändert. Ich bin im Umgang mit Menschen offener und selbstbewusster geworden. Ich habe gelernt, meine Meinung zu sagen, Verantwortung zu übernehmen und mich durchzusetzen. Am Anfang war ich oft noch unsicher – heute nicht mehr. Wenn etwas organisiert oder angesprochen werden muss, übernehme ich das gerne.
Ausserdem habe ich gelernt, meine Heimat wieder mehr zu schätzen. Früher wollte ich ständig unterwegs sein, heute freue ich mich auch über freie Tage zuhause, Zeit mit Familie und Freunden oder in der Natur. Ich bin in den Bergen aufgewachsen, und das bedeutet mir heute noch mehr.
Für diesen Beruf braucht man vor allem Geduld – sehr viel Geduld. Offenheit, Flexibilität und die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, sind ebenfalls wichtig. Vieles lernt man erst mit der Zeit. Aber ich habe das Gefühl, dass alle Cabin Crew Member etwas gemeinsam haben: die Leidenschaft für ihren Job.
Text: Susanne Dybizbanski
Bilder: Janic Krättli
Publiziert am 20. November 2025