Sechs Fakten zur Netzwerkplanung bei SWISS

Eine Netzwerkkarte zeigt auf einen Blick, welche Destinationen Airlines mit der Welt verbinden – und damit, welche Orte für Reisende erreichbar werden. Dahinter steckt ein komplexes Zusammenspiel aus Marktanalysen, Verkehrsrechten und strategischer Verantwortung. In welchen Regionen wächst die Nachfrage, wo öffnet sich ein neuer Markt, wo ein neuer Reisewunsch? Sechs Fakten zeigen, wie unsere Netzwerkplanung funktioniert und warum Präzision und Weitsicht entscheidend sind.

#1 Sommer- und Winterzeit in der Luftfahrt 

Zweimal jährlich veröffentlichen alle Airlines, wie auch SWISS, einen Sommer- oder eben einen neuen Winterflugplan. So begann etwa der Sommerflugplan 2025 am letzten Sonntag im März dieses Jahres und endete am letzten Samstag im Oktober 2025. Der Grund für diese weltweit synchronisierte Taktung ist die IATA (International Air Transport Association), die die Wechsel der saisonalen Flugpläne festgelegt hat. Dies nicht zum Selbstzweck, sondern um mehr Planbarkeit in das riesige Netzwerk aus Airlines, Flughäfen, Bodenabfertigung und Sicherheit zu bringen.

 

#2 So kommen neue Destinationen ins Streckennetz
Eigentlich klingt es nach einer einfachen Idee: Wir reisen durch die Welt, entdecken faszinierende Orte und nehmen sie danach in unseren Streckennetz auf. So reizvoll dieses Bild auch ist, die Realität ist deutlich komplexer, und gerade deshalb so spannend.  

SWISS arbeitet nach einer klar definierten Marktstrategie, die wiederum durch detaillierte Analysen der Märkte gestützt wird. Kristallisiert sich eine neue potenzielle Destination heraus, wie beispielsweise Posen in Polen, wird diese nochmals gesondert beobachtet, um einschätzen zu können, ob sie für SWISS profitabel ist. 

Anschliessend fliessen Rückmeldungen von Stakeholdern aus internen und externen Bereichen ein. Dabei spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle: Der angeflogene Flughafen muss über freie Slots verfügen. Intern muss sichergestellt sein, dass ausreichend Flugzeuge und Crews verfügbar sind, um die neue Verbindung operationell umzusetzen. Bei Destinationen ausserhalb Europas sind Verkehrsrechte entscheidend. Sie regeln, ob und wie oft SWISS eine bestimmte Strecke bedienen darf.

Mit dem neuen Sommerflugplan fliegt SWISS auch Posen in Polen an.
Mit dem neuen Sommerflugplan fliegt SWISS auch Posen in Polen an.

 

#3 Eine Destination wird gestrichen oder die Frequenz wird geändert 
SWISS fliegt mit dem Sommerflugplan 2026 112 Destinationen an, einige, besonderes in Europa sogar mehrmals täglich. Doch nicht jede Strecke bleibt dauerhaft im Netzwerk: Bei geringer Nachfrage oder schwacher Performance kann es vorkommen, dass Destinationen gestrichen oder die Frequenz reduziert werden. Solche Entscheidungen beruhen nie auf einem einzelnen Wert, sondern auf einer Vielzahl von Faktoren, die über längere Zeit analysiert werden. Umgekehrt gilt: Strecken mit besonders guter Performance und hoher Nachfrage können häufiger bedient werden – vorausgesetzt, die operationelle Machbarkeit ist gegeben.

 

#4 Für einen Erstflug braucht es Geduld 
Eine neue Destination erscheint nicht über Nacht auf der Netzwerkkarte. Vom ersten Gedanken über interne Abklärungen - auch innerhalb der Lufthansa Group - bis hin zum tatsächlichen Erstflug kann gut und gerne ein Jahr vergehen, meist sogar mehr, wenn es sich um einen interkontinentalen Flug handelt. Zudem dürfen Verkaufsstart und Erstflug nicht zu nahe beieinanderliegen, schliesslich müssen Tickets verkauft werden können, bevor die Flüge aufgenommen werden.

 

#5 Ein dynamisches Umfeld 
Die Teams hinter der Netzwerkplanung bei SWISS arbeiten stets an mehreren Flugplanperioden gleichzeitig und müssen dabei den Überblick über ein Umfeld behalten, das sich permanent verändert. Die Airline Branche gilt als unglaublich volatil, wie es in Fachkreisen genannt wird. Das heisst in diesem Fall: Faktoren wie Nachfrage, Wettbewerb, die geopolitische Lage, Kapazitäten und vieles mehr können sich jederzeit verändern. Das erfordert von den Flugplaner:innen ein grosses Mass an Flexibilität.

 

#6 Koordination ist Teamarbeit 
SWISS hat 2024 rund 18 Millionen Passagiere in 51 Ländern transportiert. Damit die Planung funktioniert, gibt es mehrere Teams in der Netzwerkplanung. Das reicht aber bei Weitem nicht aus. Bei jedem Schritt sind zahlreiche weitere Abteilungen auf operativer und exekutiver Ebene involviert. Auch die Schwestergesellschaften und die Lufthansa Group arbeiten eng mit SWISS zusammen. Am Ende jeder Planungsperiode ist jeder Flugplan das Ergebnis eines erfolgreichen Gemeinschaftsprojekts.