Gemeinsam Richtung Zukunft – Partnerschaften für eine nachhaltigere Luftfahrt

Die Reduktion von CO₂-Emissionen stellt die Luftfahrt vor erhebliche Herausforderungen. Eines steht fest: Für CO₂-Reduktions- und Entfernungsmassnahmen braucht es Zusammenarbeit – mit Start-ups, der Wissenschaft und den Kund:innen. Mit Ideen, die heute noch utopisch wirken und morgen Realität sein können.

«Die Dekarbonisierung der Luftfahrt ist eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit», sagt Melanie Heiniger, Head of Corporate Responsibility bei SWISS. Um unsere ambitionierten CO₂-Ziele zu erreichen, setzen wir gemeinsam mit der Lufthansa Group auf einen breit abgestützten Ansatz: Wir modernisieren unsere Flotte, optimieren den Flugbetrieb kontinuierlich, setzen auf nachhaltige Flugtreibstoffe und investieren ergänzend in Klimaschutzprojekte. Doch klar ist: Keine dieser Massnahmen reicht allein aus.»

Melanie Heiniger, Head of Corporate Responsibility bei SWISS erklärt, warum Fortschritt nur gemeinsam möglich ist.
Melanie Heiniger, Head of Corporate Responsibility bei SWISS erklärt, warum Fortschritt nur gemeinsam möglich ist.

Was es braucht, ist ein Zusammenspiel vieler Massnahmen und Akteur:innen. Deshalb setzen wir auf eine enge Zusammenarbeit mit Partnerunternehmen, Kund:innen und der Wissenschaft, um zukunftsweisende Lösungen in die Praxis zu bringen. SWISS engagiert sich aktiv durch die Teilnahme an Forschungs- und Pilotprojekten, den Aufbau strategischer Partnerschaften sowie die Förderung innovativer Technologien.

Im Interview erklärt Melanie Heiniger mit welchen Partnern wir bereits zusammenarbeiten, wie diese Kooperationen konkret aussehen – und warum echter Fortschritt nur gemeinsam möglich ist.

 

Wieso sind Partnerschaften für die Transformation der Luftfahrt so wichtig?

Die Umsetzung der CO₂ -Ziele in der Luftfahrt stellt eine massive Herausforderung dar und erfordert hohe Investitionen. 

Viele der Technologien, die für das Erreichen des Netto-Null-Ziels erforderlich sind – insbesondere Sustainable Aviation Fuel (SAF) und Verfahren zur CO₂-Entfernung – befinden sich noch in der Entwicklungs- oder Pilotphase und sind nicht kommerziell verfügbar. Genau deshalb müssen sie bereits heute gefördert werden. 

Partnerschaften sind dabei der Schlüssel: Durch die enge Zusammenarbeit mit Industrie, Forschung, Start-ups und politischen Institutionen können wir Innovationen beschleunigen, Investitionen bündeln und regulatorische Rahmenbedingungen mitgestalten. Nur gemeinsam können wir die Skalierung, also ein systematisches Hochfahren, dieser Lösungen vorantreiben und die Dekarbonisierung des Luftverkehrs realisieren. Mit diesem Ansatz bekennen wir uns auch zu den Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen, hier explizit zu SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele.

 

Mit welchen Partnern arbeiten wir bereits zusammen? Welches ist die neuste Partnerschaft? 

Die Förderung von Schlüsseltechnologien ist ein zentrales Element in unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Besonders in den Bereichen Sustainable Aviation Fuels (SAF) und CO₂-Entfernung setzen wir auf Partnerschaften und auf Schweizer Innovationskraft und sind stolz darauf, als Vorreiterin in der Branche zu agieren.

Ein Beispiel dafür ist unsere langjährige Zusammenarbeit mit dem Schweizer Cleantech-Unternehmen Synhelion. Als erste Airline weltweit haben wir Solartreibstoff von Synhelion in unseren regulären Flugbetrieb integriert. Mit diesem Meilenstein kommen wir unserer Vision näher: Sonnenlicht als Energiequelle für Flugzeuge zu nutzen. 

Synhelions Anlage Dawn: Als erste Airline weltweit hat SWISS Solartreibstoff von Synhelion in den regulären Flugbetrieb integriert.
Synhelions Anlage Dawn: Als erste Airline weltweit hat SWISS Solartreibstoff von Synhelion in den regulären Flugbetrieb integriert.

Neben SAF ist die Entfernung von Kohlendioxid (CO₂) aus der Luft ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Strategie, wobei die Förderung verschiedener Ansätze zentral ist. Als erste Airline-Partnerin von Climeworks unterstützen wir die Skalierung der Direct Air Capture (DAC)-Technologie, die es ermöglicht, CO₂ direkt aus der Atmosphäre zu entfernen und permanent in Gesteinsformationen zu speichern.

«Wir sind stolz, Schweizer Innovationen zu fördern.»

Melanie Heiniger, Head of Corporate Responsibility bei SWISS

Unsere neuste strategische Partnerschaft haben wir mit dem Technologiepionier neustark geschlossen. Mit dem Ziel, eine weitere Schweizer Innovation zu fördern. Das ETH-Spin-off hat ein Verfahren entwickelt, mit dem CO₂ aus der Atmosphäre gezogen und dauerhaft in Abbruchbeton gebunden wird. Der mit CO₂ angereicherte Beton kann erneut im Bau eingesetzt werden. Mit über 30 aktiven Anlagen in Europa und weiteren in Planung verfolgt neustark die Vision, in den kommenden Jahren Hunderttausende Tonnen CO₂ dauerhaft zu speichern.

Jens Fehlinger, SWISS CEO, und Johannes Tiefenthaler, Mitgründer und Co-CEO von neustark, beim Besuch der CO₂-Speicheranlage auf dem Werkareal der Bereuter-Gruppe in Volketswil.
Jens Fehlinger, SWISS CEO, und Johannes Tiefenthaler, Mitgründer und Co-CEO von neustark, beim Besuch der CO₂-Speicheranlage auf dem Werkareal der Bereuter-Gruppe in Volketswil.
Der Prozess von neustark: CO₂ aus der Atmosphäre entfernen und dauerhaft speichern
Der Prozess von neustark: CO₂, das von Biogasanlagen kommt, aus der Atmosphäre entfernen und dauerhaft speichern.

Neben der Skalierung von Technologien engagieren wir uns für die Gestaltung geeigneter politischer Rahmenbedingungen. Wir sind Teil eines Pilotprojekts des Bundesamts für Umwelt (BAFU), das den ersten internationalen Transfer dauerhafter CO₂-Zertifikate im Rahmen des Pariser Abkommens demonstriert.

 

Gibt es ein konkretes Beispiel, bei dem eine Partnerschaft bereits Wirkung zeigt?

Wir bei SWISS – wie auch die gesamte Branche – stehen noch am Anfang einer langen Reise. Für die Luftfahrtbranche wird in den kommenden Jahren ein Anstieg der CO₂-Emissionen erwartet. Der technologische Wandel ist herausfordernd: Technologien zur Dekarbonisierung der Luftfahrt befinden sich noch in der Entwicklungsphase. Auch im Jahr 2050 werden Flugzeuge voraussichtlich weiterhin mehrheitlich auf flüssige Treibstoffe angewiesen sein. Umso wichtiger ist es, die Forschung und Entwicklung nachhaltiger Technologien zu fördern. Da es nicht die eine Lösung geben wird und derzeit noch offen ist, welche Technologien sich durchsetzen werden, verfolgen wir einen diversifizierten und technologieoffenen Ansatz.

«Wir sehen es als unsere Verantwortung, die Forschung und Entwicklung nachhaltiger Technologien aktiv zu fördern.»

Unsere Partner Synhelion, Climeworks und neustark haben ihre an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich (ETH) entwickelten Innovationen mit ersten kommerziellen Pilotanlagen erfolgreich auf den Markt gebracht. Wir sind stolz, bereits in diesem Jahr als weltweit erste Airline symbolische Mengen an SAF von Synhelion sowie CO₂-Entfernungszertifikate von Climeworks und neustark abnehmen zu dürfen. Das ist zwar ein symbolischer Start, aber ein bedeutender Meilenstein.

 

Wie können Kund:innen aktiv zur Skalierung dieser Schlüsseltechnologien beitragen?

Die Förderung der notwendigen Technologien gelingt nur gemeinsam mit unseren Kund:innen. Deshalb entwickeln wir gemeinsam mit der Lufthansa Group Angebote für nachhaltigeres Fliegen entlang der gesamten Reisekette. Wer möchte, kann die eigenen flugbezogenen CO₂-Emissionen durch den Einsatz von SAF und /oder einem Beitrag zu hochwertigen Klimaschutzprojekten ausgleichen. Jeder Beitrag unterstützt die Skalierung zukunftsweisender Technologien.

 

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Interview: Ramon Hess 

Fotos: neustark, Climeworks & Synhelion

 

Publiziert am 26. August 2025