Athen für kleine und grosse Entdecker

Athen ist keine klassische Kinderstadt, aber wer sich darauf einlässt, hat viel zu entdecken und kann sich zwischen Antike, Verkehr und Tavernen auf lebendige Viertel, offenherzige Menschen und ein vielfältiges kulinarisches und kulturelles Angebot freuen. 

Die griechische Hauptstadt mag zwar auf den ersten Blick zu laut, zu heiss und mit (zu) viel Antike auf engem Raum leicht überfordernd wirken. Doch gerade mit Kindern und entschleunigtem Reisetempo entdeckt man eine überraschend leichte Seite Athens: Katzen in schattigen Gassen, Strassenkünstler, Bitterorangenbäume als Schattenspender und Streetart zwischen bröckelnden Fassaden. Athen ist eine Stadt, die sich mit spürbarer Energie neu erfindet.

Durch die Stadt treiben lassen
Wer sich vom Trubel der grossen Einkaufsstrassen wie Ermou und Aiolou löst und in Seitenstrassen rund um Agias-Irini- oder Karytsi-Platz abbiegt, findet dort Concept Stores und Boutiquen mit griechischen Produkten wie Ancient Greek Sandals, feinduftende Kosmetikprodukte im Olive Era Store, ruhige Innenhöfe und hübsche Cafés. Ein besonderes ist das Anana Coffee & Food, wo man es sich im Innenhof gemütlich machen kann. Hausgemachtes Eis gibt es bei Le Greche und Fotostreifen in schwarz-weiss bei Rom Com.

Klassiker mit Spielraum 
Natürlich führt kein Weg an der Akropolis vorbei. Im Sommer lohnt es sich, frühmorgens oder gegen Abend zu kommen. Gute Schuhe sind ein Muss und den Kinderwagen lässt man besser zuhause. Wer gerne noch weiter in die Antike abtaucht, ist im Akropolismuseum gut aufgehoben. Abgesehen von den Exponaten ist man hier modern unterwegs. Für die Kinder gibt es interaktive Spiele, die griechische Mythen in bunten Welten zum Leben erwecken. Der Wachwechsel vor dem griechischen Parlament findet stündlich statt und hat fast etwas theatralisches, während das erste moderne Olympiastadion, das Panathinaikos-Stadion, genügend Raum zum Rennen und für Erinnerungsbilder bietet. 

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Das Panathinaikos-Stadion bietet mit seiner offenen Anlage viel Raum zum Rennen und ist zugleich eine eindrucksvolle Kulisse für Erinnerungsbilder. © Thomas Gravanis

Kultur, die ins Heute führt
Das National Museum of Contemporary Art (EMST) ist im ehemaligen Brauereigebäude der Grossbrauerei untergebracht und zeigt moderne und zeitgenössische Kunst internationaler und griechischer Kunstschaffender. Ein Besuch lohnt sich schon allein wegen des Gebäudes mit seinen weiten, minimalistischen Räumen und der Dachterrasse mit Blick auf die Akropolis. Vor oder nach dem Museumsbesuch stärkt man sich bei Bel Ray Bar mit einem Brunch, Salat oder Burger. Vieles ist dort hausgemacht und das Logo zum Schmunzeln.

Wem ein Snack genügt, geht vom EMST aus in die andere Richtung und setzt sich ins charmante Lotte Café Bistrot. Nur fünf Minuten davon entfernt sollte man unbedingt noch einen Shopping-Stopp im Concept Store Ere Athens einlegen, wo man liebevoll kuratierte Kreationen griechischer und internationaler Künstler, stilvolle Mitbringsel von griechischen Manufakturen, aber auch Bücher findet. Für eine Pause setzt man sich auf die Bank und kann auch hier wieder Kaffee und Süssigkeiten haben.

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Bei One Burger trifft minimalistisches Design auf saftige Smashburger. © One Burger

Essen in Endlosschleife
Wenn man durch Athen streift, merkt man schnell, dass hier viel und ständig gegessen wird. Die Stadt hat eine sehr hohe Dichte an Restaurants, Tavernen und Cafés, die das Strassenbild prägen. Deshalb lohnt es sich, gezielt zu wählen, wo man hingeht. Im schattigen Innenhof einer ehemaligen Schule geht es bei Ama Lachei in Exarchia unkpompliziert zu. Serviert werden Mezze, die man sich teilt.

Leckere griechische Menüs mit überraschenden Kombinationen und Vintage Ambiente findet man bei Kiouzin in Kolonaki. Allein für das einmalige Setting darf man einen Besuch bei One Burger im Herzen von Athen nicht auslassen. Hochwertige Smashburger, von Hand geschnittene Pommes und Nischen, wo man sich zurückziehen kann. Im Sommer verwandelt sich der hippe Burger- und Architektur-Hotspot zu einer Open-Air-Bar.

Kocht man selbst, ist der Markthallen-Besuch des Varvakios-Markts ein Highlight. Dort gibt es ein riesiges Angebot an frischem Fisch, Fleisch und griechischen Spezialitäten wie Oliven und Käse. Auch viele Foodtouren starten dort. In der Evripidou-Strasse gleich um die Ecke der Markhalle stapeln sich Gewürze, Hülsenfrüchte und bei Miran Deli hängen Würste von der Decke.

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Wer den Varvakios-Markt besucht, darf keine empfindliche Nase haben. © Thomas Gravanis

Kleine Fluchten vom Grossstadttrubel
Wem es dann zwischendurch doch zu viel wird, fährt an die Riviera und besucht den Ellinikon Experience Park auf dem ehemaligen Flughafengelände mit schönem Spielplatz und Wasserlabyrinth. Auch beim Stavros Niarchos Cultural Center erstreckt sich ein grosser Park. Mehrere Strände an der Athener Riviera sind mit dem Tram in 30 bis 40 Minuten vom Stadtzentrum erreichbar. Einer davon ist der Alimos Beach.

Wo man gut schläft und beste Aussichten geniesst
Das charmante Boutique-Hotel Moon and Stars in Psyrri eignet sich als ideale Basis für kleinere Familien mit etwas älteren Kindern. Es ist stilvoll eingerichtet und zentral gelegen. Das Frühstück wird im Picknickkorb serviert und kann im Zimmer oder auf der Dachterrasse mit Blick auf die Akropolis eingenommen werden. 

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Das Sofa im Moon and Stars Hotel lässt sich in ein zusätzliches Bett verwandeln. © Moon and Stars Hotel

Im Coco-Mat Hotel im chicen Kolonaki schläft man auf handgefertigten Betten aus natürlichen Materialien. Für Familien eignet sich das Metropolitan Loft. Auch hier kann auf dem Dach gefrühstückt werden. Ein wenig retro und urban ist es im Brown Acropol am Omonia-Platz. Jedes Zimmer hat einen Plattenspieler und als Ausgleich zur Stadt gibt es einen hauseigenen Spa mit Hammam. Auch hier ist der eigentliche Höhepunkt die Dachterrasse, wo nicht nur gefrühstückt wird, sondern wo man abwechselnd vom Whirlpool oder der Hängematte den Ausblick geniesst.

Gut zu wissen: Nur weil die Ampel rot ist, heisst das nicht automatisch, dass kein Auto oder Motorroller mehr vorbeifährt. Also immer zweimal schauen. Besonders in der Metro zum oder vom Flughafen sowie in der Innenstadt muss man auf Taschendiebe achten. Die Stadt ist nicht barrierefrei, deshalb sollte man sich gut überlegen, ob man den Kinderwagen mitnimmt.

Öffentliche Verkehrsmittel: Busse, Trolleybusse, Tram und Metro. Eine Fahrkarte kostet 1,20€, ist 90 Minuten gültig und deckt den ganzen öffentlichen Nahverkehr in Athen ab. Ein 24-Stunden-Ticket kostet 4,10€. Kinder unter 6 Jahren fahren kostenlos, zwischen 7 und 18 Jahren zahlen sie 0,60€ (Altersnachweis erforderlich).

SWISS fliegt mehrmals am Tag von Zürich nach Athen. Der Flug dauert ca. 2:45 Stunden.