Am Wasser träumen: 11 neue Hideaways zwischen Spanien und Norwegen

Frisch eröffnet oder liebevoll renoviert – diese elf Hotels am Meer, See oder Fluss versprechen unvergessliche Momente und machen die warme Jahreszeit noch schöner. 

Logenplatz am Ufer der Themse:
#1  Fulham Pier Hotel, London
«London’s fanciest new boutique hotel», schrieb die Londoner Tageszeitung «The Times». Im Stadtviertel Fulham, westlich von Chelsea, ist das «Fulham Pier Hotel» Teil eines städtebaulich aussergewöhnlichen Projekts: Es bildet die neue Flussfront des Craven Cottage, dem Heimstadion des englischen Fussballvereins Fulham FC. Die frühere Riverside-Tribüne wurde vollständig neu konzipiert und integriert nun das Hotel. Die dreizehn Zimmer – alle mit bodentiefen Fensterfronten, einige mit Balkon, die Penthouse-Suite sogar mit eigener Dachterrasse – eröffnen freien Blick auf die Themse. Vor dem Gebäude verläuft einzig die öffentliche Riverside-Promenade, die Teil des attraktiven Uferwegs «Thames Path» ist. Zum Hotel gehören eine Brasserie und der private Members’ Club «Lighthouse Social», zu dem Übernachtungsgäste freien Zugang haben. Bemerkenswert dabei: Vom Stadion im Rücken nimmt man kaum etwas wahr. Als Einkehrtipp empfiehlt sich der gastronomische Dauerbrenner «The River Café», zu Fuss auf dem «Thames Path» in rund fünfzehn Minuten erreichbar. (DZ ab ca. 180 GPP = 208 EUR)

Hotel am Ufer der Themse
© Fulham Pier Hotel

Entschleunigung auf Kroatisch: 
#2  Hotel Katarina, Orebić/Pelješac
Die dalmatinische Adriaküste mit ihrem Wechselspiel aus Inseln, Buchten und steilen Kalksteinhängen inmitten immergrüner, aromatisch duftender Macchia ist längst kein Geheimtipp mehr – und doch finden sich noch stille Winkel. Einer davon ist die Halbinsel Pelješac zwischen Dubrovnik und Split. Sie ist vom Massentourismus weitgehend verschont geblieben, zählt zu den besten Weingebieten Kroatiens und ist auch bei Surfern und Seglern beliebt. Im mittelalterlichen Hafenstädtchen Orebić haben Lee und Penny Anderson, die amerikanischen Eigentümer der «Villa Korta Katarina & Winery», am anderen Ende des Ortes einen Schwesterbetrieb eröffnet: das «Hotel Katarina». Es liegt in einem Garten direkt am Meer. Die elf unterschiedlich gestalteten, durchweg komfortablen Zimmer blicken alle aufs Wasser. Dazu kommt ein Seafood-Restaurant mit herrlicher Sommerterrasse. Der Fährhafen mit regelmässigen Verbindungen zur Insel Korčula (Fahrzeit rund zehn Minuten) ist nur wenige Schritte entfernt. (DZ ab ca. 385 Euro)

Hotelanlage mit Pool und Meerblick

Modernismus mit Meeresbrise:
#3  Villa Dubrovnik, Dubrovnik
Fünfzehn Gehminuten ausserhalb der Altstadt von Dubrovnik, auf den Klippen über der Bucht, thront die «Villa Dubrovnik» – ein modernistisches Wahrzeichen der dalmatinischen Küste. 1961 als Hotel erbaut, wurden die Innenräume kürzlich vom brasilianischen «Studio Arthur Casas» komplett neu gedacht. Die 56 Zimmer, in warmen Sandtönen gehalten und mit subtilen Farb- und Möbelakzenten inszeniert, verströmen lässige Eleganz. Im kleinen Spa lässt sich sonnenstrapazierte Haut bei einer Gesichtsbehandlung glätten, und nach einer Wanderung auf den Hausberg Srđ belebt eine Massage müde Waden. Kulinarisch zeigt sich das Hotel vielseitig: Vom kleinen Hunger bis zum Degustationsmenü ist für alle Stimmungslagen gesorgt. Besonders spektakulär ist die Rooftop-Bar. Wer hier den Sonnenuntergang erlebt, dem verschlägt es glatt die Sprache – ganz gleich, ob auf Kroatisch, Englisch oder Schwiizerdütsch. (DZ ab ca. 600 EUR)

Restaurant am Ufer zum Meer bei Sonnenuntergang
© Villa Dubrovnik

Lässiger All-inclusive-Genuss in der Kissamos-Bucht:
#4  Ikos Kissamos, Kreta
Die Ikos Resorts interpretieren das All-inclusive-Konzept im Mittelmeerraum auf zeitgemässe Weise neu: Exzellente Gastronomie und eine hochwertige Getränkeauswahl rund um die Uhr sind bereits im Preis enthalten. Je nach Zimmerkategorie profitieren Gäste zudem von Zusatzleistungen wie privaten Flughafentransfers oder wohltuenden Spa-Behandlungen. Mit dem «Ikos Kissamos», dem achten und jüngsten Haus der Gruppe, sichert sich Ikos eine privilegierte Lage an der Kissamos-Bucht im Nordwesten Kretas. Die Region besticht durch einen deutlich ruhigeren und weniger verbauten Charakter im Vergleich zu vielen anderen Teilen der Insel. Eingebettet in eine 17 Hektar grosse, blühende Gartenlandschaft stehen nun 414 wohnlich-moderne Zimmer, sieben Restaurants sowie ein langer Sandstrand bereit. (DZ ab ca. 670 EUR all inclusive)

Hotelanlage mit verschiedenen Pools, Wiesen und Blick aufs Meer
© Ikos Kissamos

Bühne für das schöne Leben:
#5  The Lake Como EDITION, Cadenabbia/Comersee
«Ein gutes Hotel bringt die Menschen immer ein wenig aus der Fassung», sagt Ian Schrager, Pionier der Clubkultur in Hotels. Gemeinsam mit dem Hospitality-Konzern «Marriott» gründete er vor einigen Jahren die Marke «EDITION». Nach überwiegend urbanen Adressen von Tokio bis New York eröffnet sie im Frühjahr 2026 bereits ihren 21. Standort – an der Westküste des Comersees: «The Lake Como EDITION» in Cadenabbia, mit spektakulärem Blick auf die gegenüberliegende Halbinsel von Bellagio. Das palastartige Gebäude an der Uferstrasse empfängt seit Generationen Reisende: Im vorletzten Jahrhundert firmiertes es zunächst als «The London», später als «Hotel Britannia». Heute jedoch entfaltet sich hinter der klassischen Fassade in Creme- und Lehmtönen der charakteristische Minimalismus und die moderne Sensibilität der luxuriösen Lifestyle-Marke. 148 Zimmer, mehrere Restaurants und Bars mit kommunikativer Atmosphäre sowie ein Spa-Angebot am Puls der Zeit stehen bereit. Angesprochen werden kosmopolitische Hedonisten, die ein Hotel nicht als Rückzugsort begreifen, sondern als soziale Bühne. (DZ ab ca. 750 EUR)

Hotelbar mit Lounge
© The Lake Como EDITION

Seineblick an der Rive Gauche:
#6  Hôtel du Quai Voltaire, Paris
Die französische Kapitale zu erkunden, ist stets aufregend – und manchmal ganz schön anstrengend. Umso wichtiger, dass man mittendrin einen Ort zum Durchatmen hat. Das «Hôtel du Quai Voltaire» an der Rive Gauche, nahe dem Musée d’Orsay und schräg gegenüber dem Louvre, dient seit 1851 als charmanter Ausgangspunkt für Paris-Besucher und beherbergte einst Literaten wie Charles Baudelaire, Oscar Wilde und Ernest Hemingway. Nach einer umfassenden Renovierung präsentiert sich das Haus zeitgemäss elegant mit klassischem Flair, ohne jedoch das Budget seiner Gäste zu strapazieren. Viele der 30 Zimmer bieten Blick auf die Seine, andere auf einen ruhigen Innenhof. Im Erdgeschoss laden ein kleines Café und eine Bar zum Verweilen ein. Auf Wunsch gibt das hilfsbereite Hotelteam persönliche Restauranttipps abseits der Tourifallen. (DZ ab ca. 380 EUR)

Aussicht aus Fenster auf Fluss mit Boot
© Hôtel du Quai Voltaire

Riviera-Renaissance:
#7  COMO Le Beauvallon, Grimaud/Côte d’Azur
Das gartenumgebene «Belle-Epoque-Hotel», 1914 erbaut und mit weitem Blick über die Bucht von Saint-Tropez, empfing einst Grössen wie F. Scott Fitzgerald und Audrey Hepburn. In den letzten drei Jahrzehnten verlor es jedoch an Glanz – bis die COMO-Hotelgruppe das Haus übernahm und zu neuem Leben erweckte. Heute präsentiert es sich in einem stimmigen Mix aus Riviera-Glamour und ganzheitlicher Wellness. Es gibt 42 wohnliche Zimmer, ein Restaurant mit mediterraner Küche, einen 25-Meter-Aussenpool, einen eigenen Beach-Club sowie tägliche Yoga-Sessions. Wer Saint-Tropez besuchen möchte, umgeht den oft nervenzehrenden Sommerverkehr ganz entspannt: Vom privaten Steg sind es nur acht Fahrminuten mit dem kostenlosen Schnellboot ins schillernde Hafenstädtchen. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Die Hauptstrasse trennt Hotel- und Strandbereich, doch die weitläufigen Grünanlagen, über denen das terrakottafarbene Hauptgebäude thront, machen dies wieder wett. Zudem bereichern rund 300 Kunstwerke die Anlage, darunter der Sommerpavillon der Serpentine Gallery von 2002, ein Entwurf vom Architekten Toyo Ito, der eigens an die Côte d’Azur verlegt wurde. (DZ ab ca. 620 EUR)

Hotelanlage am Hang mit Blick auf See
© COMO Le Beauvallon

Privatinsel zwischen Marseille und Nizza:
#8  Zannier Île de Bendor, Île de Bendor/Côte d’Azur
Im Jahr 1950 erwarb der Pastis-Hersteller und Industrielle Paul Ricard die damals unbewohnte Île de Bendor, 200 Meter vor der Küste von Bandol nahe Marseille. Er errichtete dort Villen, zwei Hotels, Restaurants, Werkstätten und Galerien – ein dörfliches Ensemble, geprägt von kulturellem Austausch, familiärem Geist und der unmittelbaren Nähe zum Wasser. Die Insel wurde zu einem Refugium der französischen Bohème und zu einem Sinnbild mediterraner Lebensart, das eine ganze Generation begleitete. 75 Jahre später lassen Ricards Urenkel Marc de Jouffroy und Hotelunternehmer Arnaud Zannier diese Vision wieder aufleben. 200 Bäume wurden gepflanzt, Landschaft und Architektur mit zeitgemässer Sensibilität aufwendig weiterentwickelt. Das im Mai 2026 eröffnende Hotel «Zannier Île de Bendor» mit 93 Zimmern im provenzalischen Stil erstreckt sich über drei Standorte auf der sieben Hektar grossen Privatinsel. Hinzu kommen ein halbes Dutzend Restaurants und Bars, drei Kunsthandwerks-Ateliers, ein Kinderclub und ein Concept Store. Im Spa, einem der grössten der Region, ebnen traditionelles Heilwissen und moderne Wellnesspraktiken den Weg zu neuer Energie und Balance. (DZ ab ca. 620 EUR)

Hotelanlage mit Bäumen
© Zannier Île de Bendor

Menschen verbinden, nicht nur bedienen:
#9  Aethos Mallorca, Peguera/Mallorca
Zeitgemässe Gastlichkeit bedeutet mehr als freundlichen Service – sie schafft echte Begegnungen. So die Philosophie der Aethos Hotels. In fünf Häusern in Italien und Portugal wird sie bereits erfolgreich gelebt. Im Sommer 2025 kam mit dem «Aethos Mallorca» ein weiteres Refugium hinzu. Das trendbewusste Boutiquehotel an der Südwestküste der Baleareninsel steht für Dynamik, Lebendigkeit und eine gepflegte, kommunikative Atmosphäre. Midcentury-Einflüsse und erdige Farbtöne prägen die 61 Zimmer, viele davon mit bodentiefen Fensterfronten und Blick auf das Mittelmeer. Ergänzt wird das Konzept durch vielfältige Wellness- und Erlebnisangebote. Zwei Restaurants zelebrieren mallorquinische Authentizität, während die Rooftop-Bar mit sorgfältig kuratierten Sounds und professionell gemixten Drinks für stimmungsvolle Abende sorgt. Von den Klippen, in die das Gebäude eingebettet ist, haben Gäste direkten Meerzugang. (DZ ab ca. 280 EUR)

Hotelanlage mit Pool und Meerzugang
© Aethos Mallorca

Zwischen Reben und Wasser:
#10  Ästad Vingård, Tvååker (Schweden)
Die nordischen Bio-Weine von «Ästad Vingård» zählen zu den renommiertesten Schwedens und entstehen unter anspruchsvollen klimatischen sowie ökologischen Bedingungen. Ein paar einfache Gästezimmer und ein Hofrestaurant bot das Weingut schon einige Jahre, doch hat es sich in jüngster Zeit still und stetig zu einem einladenden Rückzugsort feinster skandinavischer Prägung entwickelt. Am See Byasjön, eingebettet in die sanft hügelige Landschaft der Provinz Halland südlich von Göteborg, empfängt «Ästad Vingård» heute seine Gäste in 24 charmanten Zimmer sowie in einem schönen Spa mit verschiedenen Saunas und beheizten Aussenbädern. Ein architektonisches wie kulinarisches Glanzstück ist das rundum verglaste, von einem Gewächshaus inspirierte Restaurant «ÄNG», das inmitten von Wiesen und Reben liegt und bereits mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Neu hat «Ästad Vingård» zudem die Leitung des traditionsreichen, dreissig Autominuten entfernten «Varbergs Kunsthotell» direkt an der schwedischen Westküste übernommen und dieses als Schwesterbetrieb in sein Portfolio integriert. (DZ ab ca. 3900 SEK = 365 EUR)

Hotelanlage mit Teich
© Ästad Vingård

Insel-Retreat am Rand des arktischen Polarkreises:
#11  Ytri, Træna, nahe Bodø (Norwegen)
Vor der Küste Helgelands im Norden Norwegens ragt die Inselgruppe Træna mit ihren schroffen Gipfeln aus dem tiefblauen Meer. Im Herzen des Archipels liegt Husøy, eine der ältesten Fischergemeinden des Landes, in der rund 400 Einwohner seit Generationen im engen Einklang mit der Natur und ihren Traditionen leben. Dieses tief verwurzelte kulturelle Erbe prägt das «Relais & Châteaux Hotel Ytri», das im April 2026 eröffnet. Der Name «Ytri» bedeutet «äusserstes Ende» – abgeschiedener von der Welt kann ein Hotel kaum sein. Die von den Designstudios «Vardehaugen» und «Bonaparte Interiør» entworfene Holzarchitektur greift die klare Formensprache norwegischer Fischerhäuser auf. Grosse Fensterfronten in den 38 Zimmern, den öffentlichen Bereichen und der Meeressauna lassen die Grenzen zwischen Innen und Aussen verschwimmen und eröffnen eindrucksvolle Ausblicke auf eine von Wind, Wellen und Wetter geformte Natur von rauer Schönheit. Neben Wanderungen zählt für viele Gäste die Walbeobachtung zum Tagesprogramm – eine stille Begegnung mit der wilden Weite der archaischen Polarlandschaft. (ab ca. 5100 NOK = 445 EUR)