Pilot. Präsident. Wegbereiter: Pete im Einsatz für die SWISS Kinderstiftung

Seit fast drei Jahrzehnten engagiert sich Peter «Pete» Laasner für die SWISS Kinderstiftung. Was einst durch frühe Begegnungen mit Hilfsprojekten in Nairobi begann, ist heute eine persönliche Herzensangelegenheit: Kindern und ihren Familien neue Perspektiven zu ermöglichen. Im Gespräch erzählt Pete, was ihn antreibt, warum Solidarität für ihn mehr bedeutet als eine Spende und weshalb viele kleine Beiträge gemeinsam Grosses bewirken können. 

Pete, du bist schon früh mit dem wohltätigen Gedanken in Verbindung gekommen, erzähle uns bitte etwas davon.
Der Gedanke, anderen Menschen zu helfen, begleitet mich seit meiner Kindheit. In den 1970er-Jahren lebte ich mit meiner Familie in Nairobi. Mein Vater war damals Landesvertreter der Swissair und besuchte regelmässig Projekte der Swissair Kinderhilfe. So kam ich schon früh mit dieser konkreten Hilfe in Berührung, unter anderem im lokalen SOS-Kinderdorf. Diese Begegnungen haben mich geprägt. Später, bereits während meiner Lehrzeit bei der Swissair, unterstützte ich die Stiftung selbst, indem ich einen Teil meines Lohns spendete.

Wie bist du dann selbst aktiv in die Stiftung Kinderhilfe des SWISS Personals eingestiegen?
Als ich mit 30 Jahren Flugkapitän wurde, fragte ich mich, welche weiteren Ziele ich mir für mein Leben setzen wollte. Damals gründeten ein paar Crossair-Mitarbeitende eine wohltätige Organisation und suchten Unterstützung. Im Jahre 1999 bin ich eingestiegen und übernahm das Präsidium. Die Stiftung entwickelte sich stetig weiter und erhielt nach dem Swissair Grounding ihren heutigen Namen: Stiftung Kinderhilfe des SWISS Personals.

Was motiviert dich?
Es liegt mir am Herzen, Menschen zu ermutigen, anderen zu helfen und neue Perspektiven zu ermöglichen. Dabei geht es nicht nur um Spenden, sondern auch um den Gedanken der Solidarität und der Mitmenschlichkeit. Ich möchte möglichst viele Menschen dafür motivieren. Helfen tut gut. Vor allem den anderen, aber auch einem selbst.

Welche Verantwortung ergibt sich aus dem Privileg, in der Schweiz zu leben? 
Viele in der Schweiz leben in einer äusserst privilegierten Welt. Deshalb sehe ich es als selbstverständlich an, einen Teil davon weiterzugeben und Menschen zu unterstützen, die weniger gute Voraussetzungen haben. Oft braucht es dafür gar nicht viel. Schon kleine Beiträge können etwas bewirken. Wenn viele mitmachen, kann daraus etwas Grosses entstehen.

«Schon kleine Beiträge können etwas bewirken. Wenn viele mitmachen, kann daraus etwas Grosses entstehen.»

Pete Laasner
President of the SWISS Staff Foundation for Children in Need and SWISS pilot

Du leitest eine Stiftung, die tief in der Kultur unserer Airline verwurzelt ist. Gleichzeitig arbeitest du als Pilot. Was bedeutet für dich diese Doppelrolle?
Als Pilot trägt man jeden Tag Verantwortung dafür, Menschen sicher von A nach B zu bringen. Es ist eine anspruchsvolle und auch erfüllende Aufgabe, die von Logik, klaren Entscheidungen und dem konsequenten Arbeiten nach eingespielten Abläufen geprägt ist.

Mit der Stiftung möchte ich eine andere Seite von mir einbringen und etwas schaffen, das bleibt und das Leben von Kindern und ihren Familien nachhaltig verbessert. Natürlich könnte ich auch einfach Geld spenden. Aber für mich geht es um mehr. Ich möchte mich persönlich einbringen, mit meiner Zeit, meiner Erfahrung und meinem Herzblut. Am Ende des Tages erfüllt es mich, auf etwas zurückblicken zu können, das einen echten Unterschied macht.

Das Fundament der Stiftung bilden die Spenden der SWISS-Mitarbeitenden. Wie erlebst du den Solidaritätsgedanken innerhalb der Belegschaft?
Mich beeindruckt immer wieder, wie gross die Hilfsbereitschaft innerhalb der SWISS ist. Ob durch einen monatlichen Lohnabzug, eine spontane Sammelaktion oder eine Spende anlässlich eines Jubiläums: Viele Mitarbeitende leisten ihren Beitrag und zeigen, dass Solidarität Teil unserer Unternehmenskultur ist.

Besonders schön finde ich, dass oft nicht die Höhe einer Spende zählt, sondern die Bereitschaft, gemeinsam etwas zu bewegen. Genau darin liegt die Stärke unserer Stiftung.
Wie stellt ihr sicher, dass jeder gespendete Franken auch wirklich direkt bei den Kindern ankommt?

Unsere Fixkosten werden von SWISS getragen, und wir können bestehende Infrastruktur nutzen. Dadurch fliesst jeder gespendete Franken direkt in unsere Projekte. Zudem engagieren sich der gesamte Vorstand sowie alle freiwilligen Helfer:innen ehrenamtlich. So stellen wir sicher, dass die Mittel dort ankommen, wo sie am meisten bewirken.

Wenn du drei Jahre in die Zukunft blickst: Welche Meilensteine möchtest du mit der SWISS Kinderstiftung bis dahin erreicht haben?
Mein wichtigstes Ziel ist es, wieder das Spenderniveau von vor der Pandemie zu erreichen. Gleichzeitig möchte ich meine Nachfolge als Präsident frühzeitig und sorgfältig vorbereiten. Nach mehr als 25 Jahren ist es richtig, die Verantwortung schrittweise an eine neue Generation innerhalb der SWISS weiterzugeben.

Die Stiftung soll auf ihrem starken Fundament aufbauen und mit neuen Ideen sowie frischen Impulsen weiter wachsen.

Infobox
Die SWISS Kinderstiftung setzt sich weltweit für die Unterstützung benachteiligter Kinder ein. Dieses Engagement wird durch freiwillige Lohnabzüge unserer Mitarbeitenden sowie durch Ihre grosszügigen Spenden ermöglicht. Die heutige SWISS Kinderstiftung ist aus der Personalfürsorgestiftung der ehemaligen Crossair-Mitarbeitenden hervorgegangen.

Die SWISS Kinderstiftung arbeitet unter anderem mit den SOS-Kinderdörfern zusammen. Im Mittelpunkt steht die Finanzierung der täglichen Lebenshaltungskosten von Kindern in Dar-es-Salaam in Tansania, Cartagena in Kolumbien und Faridabad in Indien. In den vergangenen Jahren sind die Einnahmen und das Vermögen der Stiftung deutlich gewachsen. Dadurch ist es möglich, zusätzlich weitere Projekte mit namhaften Beiträgen zu unterstützen.  Der Ausbau der Aktivitäten der Stiftung wird vor allem durch Mitarbeitende ermöglicht, die freiwillig jeden Monat einen kleinen oder auch grösseren Betrag ihres Lohns an die Stiftung spenden.

 

Weitere Informationen zu unseren Projekten und dazu, wie auch du einen Beitrag leisten kannst, findest du hier: SWISS Kinderstiftung | SWISS

Interview: Astrid Weibel

Photo Credits: Reto Hoffmann (Hero image) and Margrit Brüngger

 

Veröffentlicht am 22.10.26