Wer in Hergiswil am Vierwaldstättersee aus dem Fenster des Seerestaurants Belvédère blickt, versteht sofort warum Fabian Inderbitzin hier Fuss gefasst hat: Bergketten spiegeln sich im Wasser und der See gibt dem Ort eine Stille, die gleichzeitig beflügelt. «Die Region rund um Hergiswil ist für mich etwas ganz Besonderes. Wir haben hier diese einzigartige Kombination aus See, Bergen, einer starken kulinarischen Tradition und gleichzeitig ist die Region sehr offen für Neues. Diese Mischung aus Bodenständigkeit und Kreativität inspiriert mich jeden Tag», gibt der gelernte Koch wieder.
Dass Inderbitzin heute hier zubereitet, lebt und verwurzelt ist, ist kein Zufall. Hier zu sein bedeutet für ihn mit Produzenten zusammenzuarbeiten, die er kennt und denen er vertraut. Es bedeutet Zutaten zu verwenden, die eine Geschichte haben und die man schmeckt. Wahre Qualität beginne für ihn in der eigenen Region und einzigartige Produkte, Handwerk und Respekt vor dem Ursprung der Zutaten stünden im Mittelpunkt von allem, entgegnet er.
Von der Entdeckung zur Meisterschaft
Dass Fabian Inderbitzin kochen kann, merkten andere früh. Gault&Millau kürte ihn mit nur 26 Jahren zur «Entdeckung des Jahres 2007», ein Titel, der ihn bis heute begleitet, auch wenn er längst weit darüber hinausgewachsen ist. Seit über 15 Jahren empfängt er gemeinsam mit seiner Partnerin Yvonne Chappuis Gäste im Seerestaurant Belvédère Hergiswil, welches mit einem Michelin-Stern und 17 Gault&Millau-Punkten ausgezeichnet ist.
Der Weg dorthin war geprägt von einem Ansporn, der bis heute anhält: «Mich treibt mein persönlicher Anspruch, mich ständig weiterzuentwickeln. Ich möchte besser werden, Neues entdecken und gleichzeitig meinen eigenen Stil weiter schärfen. Disziplin und Leidenschaft für den Job sind mir sehr wichtig.» Den Beruf hat er nicht gewählt, er hat sich ergeben. Schon früh faszinierte ihn Essen und Genuss, und irgendwann wurde daraus eine Leidenschaft, die er zum Beruf gemacht hat.
«Haute Cuisine du Terroir», das ist mehr als ein Motto
In seiner Küche ist nichts dem Zufall überlassen. «Jedes Gericht entsteht mit einer klaren Idee: Aromen, Texturen und Zubereitungsmethoden müssen harmonieren», erklärt er. «Essen soll bei uns ein ganzheitliches Erlebnis sein.» Klar, saisonal und produktfokussiert, so beschreibt Inderbitzin seinen Stil. Reduktion ist dabei kein Verzicht, sondern eine Haltung: Er arbeite gerne reduziert, damit die Qualität der Zutaten im Vordergrund steht. Gleichzeitig dürfe es kreativ sein aber immer mit Respekt vor dem Produkt.
Was er auf den Teller bringt, soll mehr als sättigen. Es soll berühren. «Emotionen», entgegnet Inderbitzin, wenn man ihn fragt, was ein Gericht auslösen soll. «Ich wünsche mir, dass ein Gericht Erinnerungen weckt, überrascht oder einfach Freude macht.» Wenn Gäste Jahre später noch von einem bestimmten Gericht erzählen, weil es einen so bleibenden Eindruck hinterlassen hat, das ist für Inderbitzin das grösste Kompliment.
«Ein gelungenes Erlebnis ist das Zusammenspiel aus allem: gutes Essen, eine angenehme Atmosphäre und ein aufmerksamer, herzlicher Service. Der Gast soll sich willkommen fühlen und für ein paar Stunden den Alltag vergessen.»
Küchenchef und Inhaber, Seerestaurant Belvédère Hergiswil
Doppelte Stärke für Genuss und Atmosphäre
Ein Restaurant wie das Seerestaurant Belvédère führt man nicht allein. Fabian Inderbitzin weiss das besser als die meisten. Seine Partnerin Yvonne Chappuis ist nicht nur an seiner Seite, sie ist ein tragender Pfeiler des Betriebs. «Ohne ein starkes Teamwork funktioniert kein Restaurant», beschreibt er. «Für mich ist es wichtig, dass wir gemeinsam an einem Strang ziehen, uns gegenseitig unterstützen und eine positive Energie haben. Wir ergänzen uns bestens.»
Diesen Ausgleich, den das Miteinander schafft, sucht Inderbitzin auch ausserhalb der Küche. Während der Saison findet er ihn in der Natur; in den Bergen und am Vierwaldstättersee, die er von seinem Restaurant aus täglich vor Augen hat. Im Januar und Februar, wenn das Belvédère in einen rund zehnwöchigen Winterschlaf fällt, nutzen er und Yvonne die Zeit, um gemeinsam mit ihrer kleinen Tochter die Welt zu bereisen, auch mit SWISS.
Ein Stück Nidwalden über den Wolken
Dass seine Gerichte nun tausende Meter über dem Boden serviert werden, empfindet Inderbitzin als besondere Herausforderung und als Ehre. «Die Aviatik hat mich schon in meiner frühen Jugend fasziniert, ich liebe es zu fliegen und die verschiedenen Angebote zu geniessen.» Die Zusammenarbeit mit SWISS ist für ihn mehr als eine Kooperation, es sei eine besondere Möglichkeit, seine Küche über die Grenzen hinaus zu präsentieren und Teil eines hochwertigen Reiseerlebnisses zu werden. Rezepte für ein Flugzeug zu entwickeln sei eine eigene Disziplin: Geschmack, Textur und Präsentation müssen selbst in 10'000 Metern Höhe überzeugen. Für Inderbitzin war genau das der Reiz: «Haute cuisine du terroir», also gehobene Regionalküche aus tiefster Überzeugung, auf ein völlig neues Terrain zu übertragen, ohne den Geist dahinter zu verlieren.
Was er sich für die Gäste an Bord wünscht? «Dass sie ein Stück Schweiz erleben, und zwar geschmacklich und emotional. Auch in der Luft soll das Essen Qualität, Sorgfalt und Identität vermitteln», fügt er hinzu. Und vielleicht, mache es sogar Lust die Region selbst zu entdecken. Wer einmal am Ufer des Vierwaldstättersees gesessen und auf die Berge geschaut hat, versteht, was er meint.
Zwischen dem 3. Juni und dem 1. September 2026 sind seine Kreationen in SWISS First und SWISS Business auf Langstreckenflügen ab Zürich und Genf zu erleben. In SWISS Premium Economy spiegeln von der Region inspirierte Mahlzeiten den Geist seiner Küche wider: Nidwalden im Gepäck und über den Wolken serviert.
Text: Alexander Mai
Bilder/Film: McQueen Films
Publiziert am: 03. Juni 2026