Noemis Fussballschuhe gehören seit vielen Jahren zum festen Bestandteil ihres Reisegepäcks. Anlässlich der bevorstehenden Frauen-Fussball-EM haben wir Noemi Ivelj sowie weitere Spielerinnen wie Alayah Pilgrim im Trainingscamp im idyllischen Saillon im Wallis getroffen. Für das SWISS Magazine sprachen wir mit ihnen über ihren Karriereweg, unvergessliche Momente und persönliche Reiserituale.
Der Einstieg in den Fussball kam für Noemi ganz natürlich – und sehr früh. «Ich habe mit dem Ball laufen gelernt», erzählt sie. «Mein Vater war mein erstes Vorbild. Er war früher Profifussballer und später als Trainer tätig.» An den Wochenenden habe sie ihn oft begleitet, um seine Spiele zu sehen. Auch habe sie schon frühin seinem Verein Fussball gespielt. So entstand Noemis Leidenschaft: «Ich wusste, dass Fussball eine wichtige Rolle in meinem Leben spielen wird.» Heute zählt die 18-jährige Mittelfeld- und Verteidigungsspielerin der Nati zu den grössten Talenten im Frauenfussball der Schweiz.
«Noemi, welche fünf Dinge dürfen in deinem EM-Koffer auf keinen Fall fehlen?»
«Mein wichtigstes Must-have? Ganz klar mein Parfum», antwortet Noemi ohne zu überlegen. «Ich mag es einfach, wenn ich mich gut fühle, und dazu gehört für mich auch der Duft.» Die Liste geht weiter: eine Powerbank, weil sie eigentlich nie Akku habe, eine Haarbürste, Musik auf den Kopfhörern und natürlich Lippenpomade. «Das ist so ein Ding geworden, vor allem vor Spielen. Wenn ich mal nervös bin und trockene Lippen habe, beruhigt es mich, sie kurz aufzutragen. Auch wenn ich sie nicht immer brauche, habe ich sie immer dabei. Sie gibt mir ein gutes Gefühl und ist definitiv mein Glücksbringer.»
Weiter geht es mit einem kleinen Snack-Quiz, in dem Teamkollegin Alayah Pilgrim raten soll, auf welchen Powersnack Noemi vor einem Fussballmatch setzt. Sie trifft überraschend ins Schwarze: «Kuchen», lacht Noemi. Auf privaten Reisen hingegen setzt sie auf etwas Gesünderes, meint aber mit einem Augenzwinkern: «Reiswaffeln liebe ich, gerne auch mit Schokolade. Oder mit einem kleinen SWISS Schöggeli, das wäre die perfekte Kombi!»
Und was würde Noemi ihren Mitspielerinnen heimlich ins Gepäck schmuggeln? «Ich würde Sydney Schertenleib einfach etwas richtig Schweres in den Koffer packen, am besten Steine. So schwer, dass sie kurz stehen bleiben muss und sich fragt, warum ihr Gepäck plötzlich so schwer ist», lacht Noemi. Für Ramona Bachmann hätte sie eher etwas Verspieltes im Gepäck: «Ein Kuscheltier, das Geräusche macht. Das fände sie bestimmt total süss.»
Beim Kofferpacken zeigt sich schnell, wer wie organisiert ist. Im Spiel «Wer ist eher …?» halten Noemi und Alayah jeweils ein Schild mit dem Namen hoch, auf den die Aussage besser passt.
Dabei zeigen sich einige Unterschiede zwischen den beiden. Noemi gibt zu, dass sie oft auf den letzten Drücker packt und manchmal schon fast losmuss, während ihr Gepäck noch offen ist. Sie sagt lachend: «Ich bin eher ‘Last Second’ und schiebe das Packen schon mal auf.»
Mit einer Checkliste klappt es bei Noemi besser. Sie hat eine Liste auf dem Handy, die sie immer wieder hervornimmt. Obwohl sie sich nicht als Minimalistin bezeichnet, reist sie mit leichterem Gepäck als Alayah. Ihre Mutter habe sie schon früh dazu ermahnt, nicht zu viel mitzunehmen.
Auch bei der Packtechnik hat Noemi ihren Weg gefunden. Sie sortiert ihre Kleidung in kleine Reisebeutel – beispielsweise Unterwäsche, Hosen, Freizeit- und Sportkleider – je nachdem, ob es um das Nationalteam oder private Reisen geht.
Wer den Koffer nach den Ferien zuletzt auspackt? Ganz klar Noemi, sind sich die beiden einig. «Ich habe viele Kleider und brauche meist etwas Zeit, bis ich alles auspacke und wasche», erklärt sie.
Reisen und Karrieremomente, die bleiben: Von Spanien bis Estland und einem ganz besonderen Ort in Kroatien
Welcher Ort hat Noemi am meisten geprägt? «Spanien», sagt die Fussballspielerin sofort. «Dort hatte ich mein Debüt in der A-Nati. Ich weiss gar nicht mehr, wie der Ort hiess, aber das Gefühl werde ich nie vergessen. Ich war damals 16, es kam völlig überraschend. Das war mein Einstieg.»
Estland weckt eine andere prägende Erinnerung. «Das war bei der U17-EM. Alle Teams verschiedener Länder waren im selben Hotel», erzählt sie. Es sei eine schöne Erfahrung gewesen, besonders wegen der Leute. So habe sie auch Spielerinnen anderer Nationen kennenlernen können. Dann seien sie sogar bis ins Halbfinale gekommen, was für sie etwas ganz Besonderes gewesen sei. Als Captain habe sie gegen Deutschland den entscheidenden Penalty geschossen. Ein Moment, den sie nie vergessen werde.
Und welche private Reise bleibt besonders im Herzen? Für Noemi ist das eindeutig Kroatien. «Mein Vater von dort. Seit ich klein bin, fahren wir jeden Sommer nach Dalmatien», sagt sie. Sie liebe es, draussen zu sein, das Meer, das Boot, die Sprache und die Kultur. Am liebsten sei sie auf den riesigen Hüpfburgen im Wasser unterwegs, erklärt sie lachend. Das klinge vielleicht kindisch, aber sie liebe es trotzdem. Natürlich gebe es manchmal blaue Flecken, doch das mache einfach Spass, betont sie.
Zwischen Turnierkalender und Schulbank: Wie man Gymnasium und die Nati gleichzeitig meistert
«Ich wollte immer beides, Schule und Fussball», erzählt Noemi. Sie sagt, es sei sehr streng, aber sie sei froh, Unterstützung zu bekommen. Ohne diese wäre es nicht machbar. Zwischen Training, Prüfungen und internationalen Reisen brauche es vor allem Disziplin und eine gute Selbstorganisation. Trotzdem komme es vor, dass sie manchmal einfach in den Flieger steigen und wegmöchte – am liebsten nach Kroatien oder nach Tokio, das sie schon lange einmal bereisen wolle.
Zum Schluss spielen wir eine kurze Runde «Dies oder Das: Reise-Edition».
• Fensterplatz oder Gangplatz? Fensterplatz. Ich schaue gerne raus, das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit.
• Online einchecken oder am Schalter? Immer online. Und bisher habe ich nie vergessen, einzuchecken!
• Skiurlaub oder Strandferien? Definitiv Strandferien am Mittelmeer.
• Kuscheldecke oder Reisekissen? Reisekissen. Praktisch und gemütlich.
• Boarding: vorne oder hinten in der Schlange? Am liebsten ganz zum Schluss. Ich habe ja meinen Platz.
• Mit Reiseführer oder spontan drauflos? Spontan! Ich liebe es, mich überraschen zu lassen.
Noemi ist bereit. Der Koffer ist fast gepackt, das Ziel ist klar: Auf dem Spielfeld will sie zeigen, was in ihr steckt. Als kleine Überraschung haben wir ihr einen aufblasbaren SWISS-Flieger ins Gepäck gelegt – perfekt für einen entspannten Tag am Strand oder für Spass auf den riesigen Hüpfburgen im Wasser nach der EM.
Hat dir der Artikel gefallen? Dann bleibe dran. In der nächsten Ausgabe begleiten wir das Nati-Team weiter und stellen eine Torhüterin und ihre Trainerin vor. Wer das genau ist? Lass dich überraschen!