Im dritten und abschliessenden Teil unserer Porträtreihe richten wir den Fokus auf Alayah Pilgrim, die wir gemeinsam mit Noemi Ivelj, Patricia Herzog und Patricia Gsell im Trainingscamp im Wallis interviewt haben. Die 22-jährige Angreiferin mit marokkanischen Wurzeln steht für Schnelligkeit, Kreativität und Torgefahr. Seit Anfang 2024 spielt sie auch bei AS-Roma. Trotz ihres jungen Alters ist Alayah bereits eine wichtige Stütze der Nati. Abseits des Fussballs ist sie auch digital auf Social Media aktiv und demonstriert eindrucksvoll, wie sie Sport und Persönlichkeit miteinander verknüpft.
«Alayah, was sind deine treusten Reisebegleiter, welche fünf Dinge dürfen in deinem EM-Koffer auf keinen Fall fehlen?»
«Was in meinem Koffer nie fehlen darf, sind Snacks und ein gutes Buch», sagt Alayah. Auch das Gesellschaftsspiel Brändi Dog und ihr Parfum zählen zur festen Ausstattung. Ganz oben stehen jedoch ihre Kopfhörer. Sie erzählt, dass Musik sie auf jeder Reise begleite, besonders auf langen Teamfahrten. Dann höre sie ihre Playlist, um sich mental auf das Spiel einzustimmen, sich zu motivieren und den Fokus zu finden. Ihre Musikauswahl variiere je nach Stimmung, doch Afrobeats und Künstler wie Lil Baby gehören fest dazu und sorgen stets für gute Laune.
Weiter geht es mit einem kleinen Snack-Quiz: Mitspielerin Noemi soll erraten, auf welchen Powersnack Alayah vor einem Spiel setzt. Noemi vermutet: «Vielleicht ein Proteinriegel?» Alayah schmunzelt und erklärt, sie esse eigentlich sehr gerne einfach ein bisschen Schokolade. « Am liebsten Milchschokolade oder Ovoschokolade.»
Und was würde Alayah ihren Mitspielerinnen heimlich ins Gepäck schmuggeln? Auch hier muss sie nicht lange überlegen. Zahnpasta, Haarprodukte oder Haaröl sind Dinge, die man leicht vergisst. Mit diesen Produkten würde sie ihren Teamkolleginnen sicher eine kleine Freude machen. Dann lacht sie und fragt: «Die Artikel müsste ich gleich noch heute kaufen. Wo bekommt man das hier eigentlich?»
Beim Kofferpacken zeigt sich schnell, wer wie organisiert ist. Im Spiel «Wer ist eher…?» halten Noemi und Alayah jeweils ein Schild mit dem Namen hoch, auf den die Aussage besser passt.
Wer muss den Koffer eher aussortieren, weil er nicht mehr zugeht und zu voll gepackt ist? Da sind sie sich beide einig: Das trifft eher auf Alayah zu. Sie gesteht, dass sie oft viel zu viele Outfits einpackt, die sie am Ende gar nicht braucht. «Ich nehme immer Kleider für jedes Wetter mit», sagt sie, «und so ist am Schluss immer etwas dabei, das ich gar nicht anziehe, weil es zu warm oder zu kalt ist.»
«Ich nehme immer Kleider für jedes Wetter mit.»
Schweizer Fussball-Nationalspielerin
Wer die bessere Unterstützung beim Packen wäre, ist auch schnell klar. Alayah würde rechtzeitig fertig sein und Noemi mit ihrer bewährten Checkliste unterstützen, damit nichts vergessen geht. Erinnerst du dich an Noemis Packgewohnheiten aus unserer ersten Porträtreihe? Hier findest du den Link zum ersten Artikel.
Wer hat die besseren Pack-Hacks? Hier hat Alayah die Nase etwas vorn. Sie erklärt, sie sortiere ihre Kleidung in kleinere Reisebeutel – etwa für Unterwäsche, Hosen sowie Freizeit- und Sportkleidung. Das schaffe Ordnung und spart Platz. Zusätzlich rolle sie Hosen und T-Shirts, was sich beim Packen besonders bewähre. Noemi zeigt sich beeindruckt, und auch wir merken uns diesen Tipp.
Und wer als Erstes auspackt, wenn sie im Hotel ankommen oder von den Ferien zurück sind, ist ebenfalls klar: Alayah lässt meist einen Teil im Koffer und holt nur die Dinge heraus, die sie oft braucht, wie Unterwäsche oder das Necessaire. Privatkleider bleiben oft länger eingepackt. Und wenn sie von den Ferien zurückkommt, ist sie die Erste, die auspackt. «Das ist wie bei den Hausaufgaben in der Schule als Kind. Ich will das gleich erledigt haben.»
Von Rom bis zum Aufstieg im Namen: Alayahs prägende Stationen und was sie bedeuten
Alayahs Koffer hat seine Besitzerin schon an viele Orte begleitet, eine Station war besonders prägend: der Wechsel zur AS-Rom. Ihr erster Auslandstransfer war ein grosser Schritt, beruflich wie privat. «Mit einem One-Way-Ticket in der Hand bin ich nach Rom gereist, mit dem Wissen, dass dies nun mein neues Zuhause ist.» Die Stadt habe sie sofort begeistert. Zum ersten Mal alleine zu leben und das gleich in Italien, sei eine besondere Erfahrung gewesen”, so die Fussballerin. Seit Anfang 2024 spielt sie dort und fühlt sich angekommen.
Dass ihr Name auch Aufstieg bedeutet, hat sie selbst überrascht – bisher habe sie ihn eher mit Kolibris assoziiert, wie er in indigenen Sprachen Amerikas vorkomme. Doch sie findet, dass beides gut zu ihr passe. Ihre Karriere verlaufe bisher aufwärts, besonders seit dem Wechsel nach Rom. Auch privat sei vieles in Bewegung, mit dem Gefühl, dass es stetig vorangeht.
Reisen und Erinnerungen, die bleiben: Alayah zwischen Lateinamerika und Asien
Wenn Alayah von ihren Reisen erzählt, wird schnell klar, dass es vor allem Begegnungen sind, die bei ihr hängen bleiben. Besonders prägend war für sie die Zeit in Lateinamerika, allen voran Kuba. Die Lebensfreude der Menschen habe sie tief beeindruckt. Trotz einfacher Verhältnisse seien sie offen, herzlich und immer von Musik begleitet. Kein Hotelurlaub, sondern echte Nähe. Sie war bereits dreimal dort, unter anderem für fünf Wochen bei Freunden auf dem Land, tanzte täglich, spielte Fussball auf der Strasse und lernte ein wenig Spanisch. Diese Zeit sei für sie mehr als nur ein Aufenthalt gewesen, eher ein Lebensgefühl. Für die nächste Reise in die Ferne stehen Singapur und Hongkong ganz oben auf ihrer Liste. Von dort möchte sie weiter nach Südostasien reisen und die Region entdecken, etwa Bali oder weitere Gebiete Indonesiens.
«Und ganz gleich, wohin die Reise geht, ich habe immer einen Ball dabei.» Ob am Fuss oder in der Hand. Alayah liebt in den Ferien den Fussball genauso wie Volley- und Beachball.
«Heim EM vs. Auslandserfahrung – vermisst du das internationale Spiel oder freust du dich besonders auf die Heim EM?»
Alayah habe sich sehr auf die Heim-EM gefreut und erklärt, dass es ihr viel bedeute, wieder vor heimischem Publikum, also vor Familie, Freunden und Fans, zu spielen. Die vertraute Atmosphäre gebe ihr viel Energie, die ihr im Ausland manchmal fehle. Dort sei das Umfeld ungewohnter, Kultur und Sprache anders, und die Nähe zu den Liebsten sei nicht immer so präsent.
Zum Schluss spielen wir eine kurze Runde «Dies oder Das: Reise-Edition».
• Handgepäck oder grosser Koffer? Lieber Handgepäck. Das geht schneller und ist praktischer – je nachdem, wohin es geht, reicht das völlig aus.
• Frühaufsteher-Flug oder Nachmittagsflug? Frühaufsteher-Flug, auch wenn ich eigentlich keine Frühaufsteherin bin. Aber für eine Reise lohnt sich das frühe Aufstehen.
• Schweiz entdecken oder in die Ferne schweifen? Ganz klar in die Ferne. Es gibt noch so viele Länder zu entdecken.
• Tomatensaft oder Apfelschorle? Apfelschorle. Tomatensaft ist nicht so mein Ding.
•Instagram-Stories unterwegs oder erst nach der Reise posten? Eher nach der Reise. Dann kann ich in Ruhe Fotos und Highlights teilen.
Zum Abschied erhält auch Alayah ein kleines EM-Geschenk von SWISS für ihr Necessaire: die natürliche Bodylotion Alpine Valley von Soeder sowie ein Miniaturflugzeug als symbolischer Glücksbringer.
In unserer Porträtreihe haben wir die Spielerinnen der Schweizer Frauen-Nationalmannschaft von ihrer persönlichen Seite kennengelernt – mit ihren Geschichten, Routinen und Träumen. Zum Start der Gruppenspiele wünschen wir dem Team viel Erfolg, starke Nerven und unvergessliche Momente bei dieser besonderen Heim-EM. Hopp Schwiiz!
Text: Balthazar Schwager
Veröffentlicht am 02 Juli 2025