#1 Gratwanderweg Stoos SZ
Die futuristisch anmutende Standseilbahn von Schwyz-Schlattli ins autofreie Feriendorf Stoos macht die Anreise bereits zu einem besonderen Erlebnis: Mit einer Steigung von 110 Prozent (entspricht 47 Grad), die auf den 744 Höhenmetern überwunden wird, hält sie einen Weltrekord. Und wenn sich bei der Ausfahrt des letzten Bahntunnels das Hochplateau des Stoos vor einem ausbreitet, sorgt das jedes Mal für einen Wow-Effekt. Doch der wahre Höhepunkt folgt erst: Die Gratwanderung vom Klingenstock (1935 m) zum Fronalpstock (1922 m) zählt zu den schönsten Wanderungen der Schweiz. Das «Who-is-who» der Zentralschweizer Alpen – Pilatus, Rigi, die beiden Mythen – steht Spalier, und tief unten zieht der Vierwaldstättersee die Blicke auf sich. Ein Vorteil des treppenreichen, mittelschweren Pfads: Zwischen Stoos und Klingenstock sowie zwischen Stoos und Fronalpstock verkehren Sesselbahnen, mit denen die Auf- und Abstiege abgekürzt werden können. Distanz: 4,5 km. Wanderzeit: 1 ¾ Stunden.
#2 Gipfelrundweg Stanserhorn NW
Man muss nicht unbedingt mit Scharen von Gruppentouristen auf die Rigi oder den Pilatus fahren, um den Vierwaldstättersee und die umliegende Berg- und Seenlandschaft in ihrer vollen Pracht zu erleben – eine Fahrt aufs Stanserhorn (1850 m) tut es genauso gut. Der Gipfel gilt als Kraftort, an dem sich von drei Seiten gebündelte Energiequellen vereinen. Auf dem 30-minütigen Rundweg entfaltet sich die Zentralschweiz in ihrer ganzen Schönheit: 100 Kilometer Alpenkette, zehn glitzernde Seen und 200 verschiedene Alpenblumen, die den Weg säumen. Wer noch mehr Panorama geniessen möchte, besucht das Restaurant Rondorama – es dreht sich in einer Dreiviertelstunde einmal um die eigene Achse. Der Aufstieg zum Stanserhorn erfolgt mit der einzigartigen doppelstöckigen CabriO-Bahn, die über ein offenes Oberdeck verfügt. Das Überraschende dabei: Die Drahtseile verlaufen unter den Freiluft-Passagieren.
#3 Europa-Rundweg auf dem Hohen Kasten AI
In nur acht Minuten bringt die Seilbahn Hoher Kasten Besucher von Brülisau auf 1794 Meter über Meer. Ab der Bergstation führt der barrierefreie, rund 300 Meter lange Europa-Weg einmal komplett um den markanten Kastenkopf und verleiht dem Begriff 360-Grad-Panorama eine ganz neue Bedeutung. Die Ausblicke reichen über sechs Länder: Deutschland (Baden-Württemberg und Bayern), Österreich (vom Vorarlberger Rheintal bis ins Tirol), Liechtenstein, Italien und Frankeich sowie über die Ostschweizer Alpen und das Schweizer Mittelland. Panoramatafeln und Fernrohre helfen bei der Orientierung. Weitere Höhepunkte sind der Alpengarten mit rund 300 einheimischen Pflanzenarten sowie das Drehrestaurant. Wer den Nervenkitzel sucht, kann zu einem Gleitschirmflug aufbrechen – der Startplatz liegt zehn Gehminuten unterhalb der Bergstation am Kastensattel.
#4 Atzmännig Grat- und Rundwanderung SG
Der Atzmännig ist vor allem für seine Sommerrodelbahn bekannt, hat sich jedoch mittlerweile zu einem beliebten Naherholungsgebiet und Freizeitpark für unternehmungslustige Familien im Grossraum Zürich und St. Gallen entwickelt. Die Sesselbahn ab der Talstation Schutt bringt Besucher entweder zur Mittelstation, dem Startpunkt der Rodelbahn, oder weiter hinauf zur Bergstation Atzmännig auf 1200 m. Von hier aus eröffnen sich zahlreiche Wanderwege mit eindrucksvollem Panorama: auf die Linthebene, den Zürichsee sowie die Alpen der Ostschweiz und des Berner Oberlands. Der Wanderklassiker ist Route 5 – eine einfache, rund dreistündige Rundtour von der Bergstation über die Schwammegg und den Tweralpspitz zur Chrüzegg, wo das gleichnamige Berggasthaus zur Rast einlädt. Weiter geht es über Oberchamm und Chopf zurück zur Talstation.
#5 Höhenwanderungen auf Muottas Muragl GR
Wer die schönsten Postkartenmotive des Oberengadins live erleben möchte, nimmt ab Punt Muragl bei Pontresina die rote Standseilbahn auf den Aussichts- und Wanderberg Muottas Muragl. Schon die zehnminütige Fahrt, bei der 714 Höhenmeter überwunden werden, ist eine Schau. Von der Bergstation und dem angeschlossenen Romantik Hotel Muottas Muragl präsentieren sich die Engadiner Seen wie Perlen an der Schnur – ein berauschendes Naturepos, das Giovanni Segantini in vielen Gemälden verewigt hat. Mehrere Höhenwege laden hier oben zum Entdecken ein, vom gemütlichen «Philosophenweg» mit inspirierenden Zitaten bis zum fast eben verlaufenden Panoramaweg (6,8 km, knapp zwei Stunden) von Muottas Muragl (2456 m) zur Alp Languard (2326 m). Dort erwarten die Wandernden ein Bergrestaurant – und die Wahl zwischen einer Sesselliftfahrt hinunter nach Pontresina (1805 m) oder einem steilen Zickzackwald durch den Wald.
#6 Panoramaweg und Alpengarten Schynige Platte BE
Schon die knapp einstündige Fahrt in der nostalgischen Zahnradbahn ab Wilderswil bei Interlaken auf die Schynige Platte ist ein visuelles Erlebnis – und macht Lust auf mehr. Oben angekommen, eröffnet sich das ein spektakuläres Panorama auf Eiger, Mönch und Jungfrau, die Lütschentäler sowie Thuner- und Brienzersee. Wer den Panoramaweg (5,7 km, ca. 90 Minuten) unter die Füsse nimmt, wird mit fabelhaften Ausblicken belohnt. Gleich neben der Bahnstation liegt der Alpengarten, ein Paradies für Botanikfreunde. Auf dem gut zugänglichen Gelände wachsen rund 650 Pflanzenarten, die oberhalb der Baumgrenze heimisch sind – darunter alpine Klassiker wie Edelweiss, Silberwurz und Arnika sowie seltene Schönheiten wie schwarzer Männertreu oder rote Felsenprimel. Für eine gemütliche Pause oder eine Übernachtung empfiehlt sich das Berghotel Schynige Platte – besonders eindrucksvoll bei Vollmond.
#7 Höhenwanderung vom Horneggli zum Rinderberg BE
Das Saanenland rund um Gstaad ist ein wahres Paradies für Genusswanderer. Wer weite Ausblicke ebenso schätzt wie stille Pfade abseits des Trubels, kommt auf dem familienfreundlichen Höhenweg zwischen Schönried und Zweisimmen voll auf seine Rechnung. Bunte Blumen säumen den Weg entlang von Alpwiesen und Wildheuhängen, und kurz vor dem Ziel lädt die Rinderberg Lodge bei der Mittelstation zum Ausruhen ein. Die Route: Von Schönried (1231 m) gemütlich mit der Sesselbahn zur Bergstation Horneggli (1770 m) hinauffahren. Von dort verläuft der 6 km lange Panoramaweg in etwa zweieinhalb Stunden über den Hornberg, den Parwengesattel und den Gandlauenengrat hinauf zum Rinderberg (2079 m). Zurück ins Tal gelangt man wahlweise zu Fuss oder mit der Gondelbahn via Mittelstation Eggweid (1450 m) nach Zweisimmen (941 m).
#8 Panoramaweg vom Rochers-de-Naye nach Jaman VD
Von Montreux aus tuckert die Zahnradbahn in knapp einer Stunde immer höher, bis man vom Gipfel des Rochers-de-Naye (2042 m) grenzenlose Ausblicke geniesst – vom Eiger bis zum Montblanc, vom Rhonetal bis Genf, vom Jura übers Mittelland bis zu den Freiburger Alpen. Ein botanischer Alpengarten mit 1000 alpinen Pflanzenarten lädt zum Staunen ein, Kinder freuen sich über den Murmeltierpark, und an der Nordflanke des Aussichtsbergs lockt ein Klettersteig geübte Bergsteiger. Wer lieber fliegt als steigt, kann den Gleitschirmfliegern beim Start zusehen – oder sich mit Fly Riviera selbst ins Tal tragen lassen (Tandemflug ca. 300 Franken pro Person). Vom Rochers-de-Naye aus starten verschiedene Wanderwege. Eine schöne, mittelschwere Route führt in rund 90 Minuten in Richtung Dent de Jaman zur Bahn-Zwischenstation Jaman – oder alternativ weiter bergab zum Dorf Caux.
#9 Gratweg von der Moosfluh zur Riederfurka VS
Imposante Bergketten, unberührte Täler und das grösste zusammenhängende vergletscherte Gebiet der Alpen – für die UNESCO stand fest: Dies ist ein Welterbe von universellem Wert. Am Tor zu diesem Naturwunder führt der Panorama-Gratweg vorbei, beginnend bei der Gondel-Bergstation Moosfluh (2332 m, erreichbar von der Riederalp). Der Weg schlängelt sich entlang des Bergkamms in sanftem Abstieg, via Breitebode und Härdernagrat, bis zum Aussichtspunkt Hohfluh und weiter zur historischen Villa Cassel (heute ein Umweltbildungszentrum von Pro Natura) auf der Riederfurka. Auf der einen Seite den Grossen Aletschgletscher zu seinen Füssen zu haben und zur anderen die Walliser Viertausender (darunter das Matterhorn) im Blick, ist ein unvergessliches Erlebnis. Die letzte Etappe verläuft gemächlich bergab zum Ausgangspunkt Riederalp (1909 m). Gehzeit: 2 ¾ Stunden. Distanz: 6,7 km.
#10 «Traversata» vom Monte Lema zum Monte Tamaro TI
Der Klassiker unter den Höhenwanderungen im Tessin verbindet den Monte Lema mit dem Monte Tamaro. Die Tour beginnt mit einer Gondelbahnfahrt von Miglieglia hinauf zum Monte Lema (1621 m). Von dort verläuft die familientaugliche Wanderung während rund viereinhalb Stunden fast durchgehend auf dem Grat – mit eindrucksvollen Ausblicken auf beiden Seiten: Tief unten glitzert der Luganersee, gegenüber der Lago Maggiore, beide eingebettet in die Hügellandschaft des Südtessins. Zwei nennenswerte Aufstiege liegen auf der Route: zum Monte Gradiccioli und später zum Monte Tamaro (1962 m). Wer es gemütlicher mag, kann beide Gipfel elegant umgehen und direkt die Alpe Foppa (1530 m) anpeilen – Ausgangspunkt der Talfahrt mit der Gondel nach Rivera.
#11 Rundwanderung vom Monte Brè auf den Monte Boglia TI
Diese Wanderung erfordert etwas Ausdauer, ist aber für alle gut machbar, die mit sicherem Schritt unterwegs sind. Von Lugano-Cassarate aus lassen sich die ersten 700 Höhenmeter bequem mit der Standseilbahn oder dem Auto zum Monte Brè (925 m) überwinden. Nach einem kurzen Abstieg zum Dorf Brè (800 m) beginnt der etwa zweistündige Aufstieg zum Monte Boglia. Zunächst verläuft der Weg angenehm durch den Schatten eines Buchen- und Kastanienwalds, bevor er etwas steiler wird. Typische Tessiner Steintreppen leiten den Wanderer hinauf, bis sich der Pfad aus dem Wald löst und entlang eines Bergkamms zum Gipfel auf 1516 m Höhe zieht. Von hier eröffnet sich ein beeindruckendes Panorama: Lugano, der Monte San Salvatore und die Berge rund um den verzweigten Luganersee breiten sich vor einem aus – sofern die Gegend nicht in den Dunst heisser Sommertage getaucht ist. Der Abstieg erfolgt über die Nordflanke des Monte Boglia, immer dem Hang entlang und über die Alpe Bolla (wo die gleichnamige Capanna zu einer willkommenen Einkehr einlädt) zurück nach Brè. Gehzeit: 5 Stunden. Distanz: 13,5 km.
Text & Auswahl: Claus Schweitzer
Veröffentlicht am 18. September 2025