Rotes Gold an Bord

Dass die Schweiz ein Land voller wertvoller Güter ist, gilt längst als offenes Geheimnis. Doch dass hier auch «rotes Gold» wächst – kostbarer Safran – ist vielen unbekannt. Im Rahmen der SWISS Connoisseur Experience hat das noble Gewürz «made in Switzerland» ausgewählte Gerichte in SWISS First im Frühsommer 2025 veredelt.

Um mehr über eines der teuersten Gewürze der Welt zu erfahren, haben wir uns auf eine idyllische Reise ins malerische Rheintal begeben, wo sich ein Jungbauer und unser exklusiver Safranlieferant auf seiner «Adanks Biofarm» dem Anbau dieser Pflanze widmet.

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Der 35-jährige Landwirt Jürg Adank vor seinem kleinen Hofladen mit seiner wertvollen Ernte in der Hand.

Ein Bauernhof mit Philosophie
Nur zwei Zugstunden von Zürich entfernt, im Kanton Graubünden und nahe des bekannten Kurorts Bad Ragaz, liegt die kleine Biofarm Adank – ein Ort, der sich nicht nur der artgerechten Haltung schottischer Hochlandrinder und biodynamischer Landwirtschaft verschrieben hat, sondern seit 2017 auch dem Anbau von Safrankrokussen, aus deren roten Blütennarben das edle Gewürz gepflückt wird, welches die Gerichte in SWISS First veredeln wird. 

Gegründet wurde der Hof vor 13 Jahren von Jürg Adank, seiner Schwester und seinem Vater. Der 35-jährige Landwirt verfolgt eine ganzheitliche Philosophie, die auf Respekt gegenüber Mensch, Tier, Pflanze und Boden basiert. Nach einer Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker und Landwirt entschied sich Jürg bewusst gegen den konventionellen Weg. Statt Massenproduktion setzt er auf naturnahes Arbeiten – ohne Pestizide, dafür mit Demeter-Zertifizierung. Das bedeutet nicht nur tiergerechte, sondern wesensgerechte Haltung: Die Tiere behalten ihre Hörner, und auch die Hähne werden mit den Hennen aufgezogen. Daher arbeitet Jürg gemäss seinem Credo, dass er «nicht produziere» – denn Pflanzen und Tiere wachsen, sie werden nicht gemacht. Stattdessen spricht er vom «Heranziehen».

Gestartet mit zwei Hektar Land und zwei zotteligen Hochlandrindern, beherbergt der Betrieb heute rund 35 der schönen Tiere. Sie verbringen bis zu neun Monate im Jahr auf den Weiden und Alpen rund um den Hof. Nur in den tiefsten Wintermonaten befinden sie sich im Stall. Die extensive «low input» Haltung, bei der sie ausschliesslich Gras und Heu in der Natur fressen und nicht mit Mais zugefüttert werden, sorgt für langsames Wachstum, intensiven Geschmack und macht es zu einem der cholesterinärmsten Rindfleischsorten überhaupt. 

Safran – Wertvolles aus dem Boden
Mittlerweile bewirtschaftet die Familie Adank rund zehn Hektar Land, auf dem neben Kartoffeln, Mais, Knoblauch, Spinat und Senfkörnern auch Safran gedeiht. Der Anbau des edlen Gewürzes begann als Experiment – auf der Suche nach einer Kulturpflanze mit hoher Wertschöpfung auf kleiner Fläche. Mit 100'000 Knollen und viel Neugier startete Jürg gemeinsam mit einem Freund in das Abenteuer Safran. Die ersten Jahre waren geprägt von «Trial and Error», doch mit der Zeit hat Jürg gelernt, wie er das Unkraut wieder unter die Erde mischt oder geniesserische Hirsche und Rehe davon abhält, sich an den Krokustrieben zu laben. 

Beim Besuch Anfang Mai war auf dem Feld vor allem eines zu sehen: hohes Gras. Die Knolle der Krokusse wächst nämlich unter der Erde – weswegen auch das Entwicklungsstadium nicht vorherzusagen ist. Zum ersten Mal dieses Jahr hob Jürg in unserer Anwesenheit mit der Schaufel eine Knolle aus dem Boden, schüttelte vorsichtig die Erde ab und gab sich zufrieden: Die Knollen sind kräftig und gesund – beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ernte im Herbst. Ein Safranknolle kann bis zu vier bis fünf Krokusblüten hervorbringen, die jeweils drei Safranfäden enthalten.

 

Zwischen Tau und Morgensonne 
Die Knollen werden im August gesetzt und entwickeln sich im Winter unter der Erde. Fast ein Jahr später, im Oktober – meist während des Altweibersommers – brechen die lilafarbenen Blüten über Nacht für drei bis vier Wochen aus der Erde. 

«Die besten Bedingungen herrschen, wenn der warme Föhnwind über das Tal weht», erklärt Jürg. Dann erblühen täglich tausende Pflanzen, die in den frühen Morgenstunden per Hand gepflückt werden – noch geschlossen, bevor Sonnenstrahlen die Blüten öffnen und Pollen freisetzen.

Anschliessend werden die Fäden sorgfältig aus der Blüte gezupft und Gramm für Gramm bei etwa 80 bis 90 Grad schonend getrocknet und für drei Monate an einem dunklen Ort gelagert, bis sie ihr volles Aroma entfalten. Für ein einziges Gramm Safran sind rund 220 Blüten, also 660 Fäden, nötig – bei einer Ernte von 10'000 Blüten pro Tag ein Knochenjob. Unterstützt wird Jürg dabei von Freund:innen, Bekannten und Verwandten, die er jeden Morgen gemäss der über Nacht neu erschienener Blumenzahl per WhatsApp zur Ernte einlädt.

 

Eine Blüte, drei Fäden, unermesslicher Wert 
Ein Gramm Safran ist kostbar – und seine Aufbereitung entsprechend aufwendig. Die Blüten sind unfruchtbar und die Knollen bleiben circa fünf bis sieben Jahre im Boden, wo sie sich teilen und vermehren. Dazu setzt Jürg Adank jedes Jahr auch nochmal neue Knollen. «Es gibt eigentlich keinen wilden Safran», erzählt Jürg. «Er wächst dort, wo auch Weizen und Reben gedeihen – wie hier bei uns in Fläsch.»

Neben reinen Safranfäden produziert der Hof auch veredelte Produkte wie Safran-Gin, -Honig und -Pasta. Und Jürg hat noch viele Ideen: Safran-Rahmkaramell zum Beispiel. Oder T-Shirts, gefärbt mit den zarten Blütenblättern – ein experimenteller Versuch hat bereits ein zartes Türkis hervorgebracht.

SWISS bringt regionale Schätze in die Welt
Für Jürg ist die Zusammenarbeit mit SWISS etwas Besonderes: «Es ist toll, dass ein kleiner Hof wie unserer mit einer internationalen Fluggesellschaft zusammenarbeiten kann. So erreichen unsere Produkte ein globales Publikum – nicht nur unseren kleinen Hofladen.» Für Jürg ist sein Safran ein Symbol dafür, dass wahre Schätze nicht immer in der Ferne liegen müssen – manchmal wächst das Gold nicht weit entfernt.

 

Wusstest du, dass…? Drei interessante Fakten über Safran

  1. Das teuerste Gewürz der Welt: Hochwertiger Safran kann pro Gramm teurer sein als Gold. Für 1 kg Safran müssen etwa 200'000–220'000 Blüten von Hand geerntet werden.
  2. Safran ist eine der ältesten Gewürzpflanzen der Welt: Er wird seit über 3500 Jahren kultiviert und in alten Schriften aus Mesopotamien, Ägypten und Persien erwähnt.
  3. Ein Kilogramm Safran erfordert 1000 Stunden Arbeit: Vom Pflanzen über die Ernte bis zum Trocknen braucht es hunderte Arbeitsstunden, um 1 kg Safran zu gewinnen.

 

SWISS Connoisseur Experience – Safran
Vier Mal im Jahr zelebriert SWISS die SWISS Connoisseur Experience mit einer exklusiven kulinarischen Reise. So geniessen unsere Gäste in SWISS First, abfliegend aus der Schweiz, während zwei Wochen erlesene Spezialitäten höchster Qualität.

 Im Mai/Juni 2025 hat das Schweizer «rote Gold» Safran der Adanks Biofarm ausgewählte Gerichte veredelt, wie zum Beispiel einer cremigen Safransuppe, einem ein zart geschmortes Ossobuco mit duftendem Safranrisotto oder einer feinen Safran-Trilogie zum Dessert. Mit seiner goldgelben Farbe sorgt der Safran für ein süssliches und gleichzeitig leicht bitteres Aroma. Ein weiteres Highlight ist der mit Safran aromatisierte Gin der renommierten Schweizer Brennerei Matte, der pur oder mit Tonic Water ein unverwechselbares Geschmackserlebnis bietet.

 

Bei der nächsten SWISS Connoisseur Experience vom 20. August bis 2. September 2025 können sich Gäste in SWISS First auf raffinierte Steakhouse-Spezialitäten freuen.

Text: Jeannine Kanwischer 
Fotos: Bohdan Barabash, Tina Sturzenegger 
Publiziert am: 7. Mai 2025 / Adapted: 25 Juni 2025