Von Norden nach Soeder – wie Schweizer Seife einen Zeitgeist trifft

«Wir wollen zeigen, dass Naturprodukte nicht langweilig oder altmodisch sein müssen – sondern auch leistungsfähig und ansprechend sein können.» Dieses Vorhaben der Zürcher Naturpflegemarke Soeder ist längst gelebte Realität. Denn egal ob in Schweizer Szenebars, gewöhnlichen Haushalten, Luxushotels oder eben an Bord von SWISS: Wer einmal ihre Seife benutzt hat, vergisst sie nicht mehr. Aber warum?

Aus einer kleinen Idee wurde eine Schweizer Marke mit Kultstatus – kompromisslos nachhaltig und unverkennbar. Sogar das legendäre New Yorker Kaufhaus Bergdorf Goodman war begeistert: «Ihr macht die beste Seife der Welt. Können wir sie haben?» Bei Soeder geht es jedoch längst nicht mehr nur ums Händewaschen, es geht darum, alltägliche Rituale in sinnliche Erlebnisse zu verwandeln. Wer denkt, das sei übertrieben, kam wohl noch nie wortwörtlich mit den Produkten in Berührung. Denn genau so wurde Soeder bekannt: «Viele entdeckten uns durch Restaurants oder Clubs – wenn sie sich die Hände wuschen und sich fragen, was das war…», erzählt Johan Olzon, der gemeinsam mit Hanna die Firma gegründet hat.

Beim Besuch der Zürcher Factory erzählt er von seinen Überzeugungen, verrät mehr über die neueste Produktinnovation und erklärt, warum Soeder für weit mehr steht als nur Seife.

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«Echt. Grün. Innovativ.» so beschreibt Soeder Gründer Johan Olzon seine Firma in drei Worten. © Bohdan Barabash

 

Von Norden nach Süden
Der Name «Soeder» hat seine Wurzeln in Schweden. «Wir, Hanna und ich, kamen ursprünglich aus Schweden in die Schweiz», erzählt Johan. «‹Soeder› bedeutet auf Schwedisch ‹Süden›. Besonders inspiriert hat uns der südliche Teil Stockholms; Södermalm. Mit dieser Gegend, geprägt von minimalistischem Design und nachhaltigem Denken, haben wir uns identifiziert. ‹Soeder› war zunächst nur ein Arbeitstitel, doch schliesslich sind er und die Philosophie geblieben.»

 

Wo Erfolgsgeschichten beginnen: In einer Garage
2013 begann alles in einer kleinen Garage am Bucheggplatz, inmitten von Zürich. Hanna und Johan beobachteten damals in vielen Bereichen einen Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit – bei Lebensmitteln, Kaffee, Brot, Kleidung. Doch in der Kosmetik? Mangelnder Fortschritt und Intransparenz. Vor allem bei Alltagsprodukten wie Seife gab es kaum nachhaltige Optionen. «Ich merkte: Wenn ich etwas sehe, das nicht nachhaltig ist, muss ich versuchen, es zu ändern», erinnert sich Johan. Bis die heute berühmte Seife entstand, vergingen allerdings zwei Jahre. Was kaum jemand weiss: Das erste Produkt war eine Schuhcreme. Dann kam ein Lippenbalsam. Erst später kristallisierte sich heraus, worauf sie sich konzentrieren wollten: auf Seife. Ein Meilenstein, geboren aus Notwendigkeit, nicht aus einem Businessplan.

 

«Wenn ich etwas sehe, das nicht nachhaltig ist, muss ich versuchen, es zu ändern.»

Heute stehen die bekannten braunen Glasflaschen fast schon synonym für Soeder. Johan gibt zu, dass sie ständig diskutieren, ob und wie sich das Design dieser weiterentwickeln lässt: «Wir denken evolutionär: Design soll sich entfalten, aber stets unseren Werten treu bleiben.»

 

Bestehendes nicht einfach hinnehmen
Was aber macht Soeder aus? Der Grundsatz, Bestehendes nicht einfach hinzunehmen. Ihr Ziel war es, jede Formulierung von Grund auf neu zu gestalten: 100% natürlich, ohne Kompromisse. Denn Johan und sein Team leben die Überzeugung, dass man nur auf seinen Körper lassen sollte, was man auch in ihn aufnehmen würde. Daher sind die Zutaten der Seifen, Lotionen & co. so hochwertig, dass man sie theoretisch essen könnte. Heute findet sich dieser Gedanke mit einem Augenzwinkern auf dem Lippenbalsam niedergeschrieben.

Johan betont: «Für uns gilt: nicht 99%, nicht 97%, sondern 100%. Das ist alles andere als einfach und deshalb noch immer selten. Viele Produkte behaupten, natürlich zu sein, sind es aber nicht vollständig.» Dazu sagt er, dass sie heute «Einfluss auf die ganze Lieferkette» haben und «bei Bauern und Rohstoffherstellern mitbestimmen» können. Früher mussten sie nehmen, was verfügbar war. «Heute aber treiben wir Innovation. Nachhaltigkeit ist ein ständiger Prozess – wir sind nie ‹fertig›. Wir sind bereit, die Branche mitzugestalten.»

 

Bei der beliebten Seife bedeutet das: keine Palmöle, keine synthetischen Tenside. «Unsere Seife ist echte Seife – das gibt es heute kaum noch». Viele sogenannte Seifen bestehen in Wirklichkeit aus synthetischen Waschsubstanzen. Soeder hingegen setzt auf traditionelle Verseifung – mit kaltgepressten Ölen und Honig. 100% natürliche Inhaltsstoffe – in allen Rezepturen und Produkten. Daher kommt auch die besondere Viskosität der Seifen: Sie sind viel flüssiger und öliger als die zähflüssigen herkömmlichen Seifen. Für manche mag diese Konsistenz im ersten Moment gewöhnungsbedürftig sein, für andere ist sie ein Beweis für die Reinheit des Produkts, unterstrichen von einem angenehmen Hautgefühl.

Die Entwicklung der unverkennbaren Düfte von Soeder gleicht der Arbeit eines Önologen im Weinkeller: Destillate aus aller Welt, etwa Lavendel aus der Provence oder Italien, je nach Saison und Herkunft, werden von einem Team aus einer Duftexpertin und einem Chemieingenieur genau analysiert und kombiniert. Dafür werden ausschliesslich ätherische Öle verwendet, also hochkonzentrierte Pflanzenextrakte, die durch Destillation oder Kaltpressung gewonnen werden.

 

«More than just Soap» – Mehr als nur Seife
Von der klassischen Seife hat sich Soeder jedoch längst weiterentwickelt. Heute umfasst das Sortiment neben Seife auch Lotion, Shampoo, Conditioner, Handdesinfektionsmittel, Gesichtscreme, Körper- und Massageöl, Deodorant sowie Duschgel. Für die Zukunft sind neue Produktlinien in Arbeit – zum Beispiel Parfums, Raumdüfte und sogar eine Home-Care-Linie.

 

«Mehr als nur Seife» ist dabei auch im übertragenen Sinn zu verstehen: «Wir wollen zeigen, dass natürliche Produkte viel mehr können. Oft heisst es, Natürliches funktioniere nicht so gut. Unser Ziel ist es aber, beides zu verbinden – Wirksamkeit und Nachhaltigkeit» so Johan.

 

«Transparenz zwingt uns zur Ehrlichkeit»

Für Soeder gehört maximale Transparenz untrennbar zur Nachhaltigkeit dazu: «Nachhaltigkeit beginnt mit Transparenz. Wenn du offen bist, kannst du selbst sehen, was noch nicht gut genug ist – und wirst von deinen Kundinnen und Kunden zurecht herausgefordert».

 

Vom Ziel her denken
Ein Paradebeispiel für die Innovationskraft ist das neueste Soeder Produkt: Eine Sonnencreme mit SPF 50+, die im Gegensatz zu anderen mineralischen Sonnencremes auf nur einem statt zwei Mineralfiltern basiert. «Es war extrem schwierig, eine natürliche Sonnencreme zu entwickeln, die schützt, sich einfach auftragen lässt und nicht komplett weiss auf der Haut liegt», erklärt Johan. Dank der enthaltenen Karanja-Nuss bleibt die Creme transparenter, zieht schnell ein und lässt sich wunderbar verteilen. «Wir haben es geschafft – und das zu 100% natürlich.» 

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Die vegane Sonnencreme kommt ohne zusätzliche Duftstoffe aus, erfüllt höchste dermatologische Standards und weisselt deutlich weniger als andere natürliche Sonnencremes. © Soeder

 

Eine saubere Sache
Die Zusammenarbeit mit SWISS begann 2018 mit einer kleinen Anfrage, wurde dann aber schnell zum Grossprojekt. Damals produzierte Soeder circa 200 Produkte am Tag, doch plötzlich brauchte SWISS eine Million pro Jahr. «Wir hatten neun Monate Zeit für die Produktion und sagten trotz vielen diesbezüglich anstehenden An- und Herausforderungen «Ja» erinnert sich Johan lachend.

Die erste Kooperation, eine Gesichtscreme in kleinen braunen Tübchen für Business Class Gäste, war der Anfang. Dieses Jahr gipfelte die Partnerschaft im Rahmen des neuen Langstreckenerlebnisses SWISS Senses in einem exklusiven gemeinsam entwickelten Duft: Alpine Valley. Er spiegelt die Essenz der Schweizer Alpen wider – eine Kombination aus aromatischer Lärche, der frischen Brise klarer Alpenluft, durchzogen von einer belebenden Zitrusnote und subtilen Kräuternuancen.

In verschiedenen Reiseklassen können Gäste den Duft als Handseife, Handcreme und Gesichtsspray erleben, in den SWISS Lounges sogar als Gesichtscreme.

 

Eine Tonne Produkt, nur wenige Gramm Abfall: die «Refillution»
Ein weiteres bekanntes Markenzeichen von Soeder ist das Refill-Prinzip. Heute ist es bei vielen Produkten üblich, doch «bei der Firmengründung gab es kaum direkte Refill-Prozesse. Als wir hierzulande als eine der Ersten das Refill Prinzip eingeführt haben, glich das einem Paradigmenwechsel.» Heute kann man an über 90 schweizweiten Stationen leere Flaschen wieder befüllen. «Weil das Refill-Konzept zu unserer DNA gehört, war es für uns wichtig, dass auch SWISS dieses adaptiert» sagt Johan.

 

Das heisst, dass wenn die Soeder-Spender an Bord von SWISS leer sind, diese nicht einfach ersetzt, sondern nachgefüllt werden. Die grosse Menge Seife und Lotion wird in einem grossen Container aus recyceltem Ocean Plastic von der Produktionsstätte direkt zum Flughafen Kloten geliefert. Was unspektakulär klingt, ist in der Airline-Branche eine nachhaltige Neuheit. Gemeinsam wurde ein durchdachtes Refill-System entwickelt: «Statt Mini-Flaschen mit hohem Abfallvolumen setzen wir auf Nachfüllbarkeit – eine Tonne Produkt, nur wenige Gramm Abfall.»

Alpine Valley – Our Signature Scent | SWISS

 

Kompromisslose Natürlichkeit, Schweizer Qualitätsanspruch, minimalistische Ästhetik und das stete Streben nach Innovation – verbunden mit dem Know-how, ein vielfach verfälschtes Produkt heute wieder einzigartig und authentisch zu machen: Unsere Partnerschaft bringt diese Werte in die Luft und zu Reisenden auf der ganzen Welt. Das macht uns stolz auf diese Zusammenarbeit.