Auf dem Hartlisberg, oberhalb von Steffisburg, steht Rolf Fuchs’ Restaurant mit dem bezeichnenden Namen «Panorama». Seine Familie führt das Restaurant seit 40 Jahren, mit ihm in der zweiten Generation. Sein Vater Karl Fuchs, der Gründer des Restaurants, greift auch heute noch mit Leib und Seel unter die Arme. Fuchs ist sehr verbunden mit der Region und schwärmt: «Lebensqualität pur – mit schönster Natur, Bergen und Seen». So ist es auch nicht wunderlich, dass sich diese Region in seiner Küche zeigt. Die Regionalität ist Grundgedanke seines Tuns, seit 40 Jahren. Er folge dabei nicht einem Hype, sondern einer Selbstverständlichkeit. «Es ist nicht nur sinnvoll, sondern ist auch ökologisch und macht Freude, mit solchen Produkten arbeiten zu dürfen.» Auch produzieren Rolf Fuchs und sein Team alles Tag für Tag frisch, vom Brot bis zu den Pralinen. Dies sei alltäglich eine Herausforderung, aber auch ein Glücksgefühl, wenn man behaupten kann, dass wirklich alles selbstgemacht ist.
Verwurzelt in der Region, offen für die Welt
Die Optik seiner Gerichte sei ein wesentlicher Punkt. Es ist der erste Kontakt, der ein Gast mit einem Gericht hat. Aber schlussendlich gehe es immer um den Geschmack. Der Geschmack muss im Vordergrund stehen. Klassisches Handwerk bildet hier die Basis, gleichzeitig blickt die Küche über die Berge hinaus. «Wir stehen mit beiden Beinen in der Region, und mit dem Kopf gehen wir in die Welt hinaus.» Rolf Fuchs und sein Küchenteam arbeiten viel mit Säure, aber auch mit leichter Schärfe, komplexen Aromen. So entstehen Gerichte, die vertraut wirken und dennoch überraschen – mit Geschmäckern aus der ganzen Welt. Diesen Stil pflegt das Restaurant Panorama seit langem, und dafür ist es bekannt. Die Kombination macht es aus: Schöne Gerichte, gute Geschmäcker, glückliche Gäste. Die Gäste, die bei ihm essen, möchte Rolf Fuchs ein bisschen verzaubern. Mit der Kulinarik, der Aussicht und dem Charme von all seinen Mitarbeitern. «Kurzurlaub» sei dafür die beste Beschreibung, von dem, was er seinen Gästen geben möchte. «Wenn wir unsere Gäste schwärmen hören über unsere Gerichte, ist das natürlich Seelenbalsam. Das geht direkt ins Herz»
Qualität entsteht im Team
Für ihn ist Gastronomie «ein echter Teamsport» – mit langen, intensiven Tagen und einem gemeinsamen Ziel: unvergessliche Erlebnisse für die Gäste. Eine One-Man-Show sei das nie. Es brauche jede:n Einzelne:n, von der Gästebetreuung über die Küche bis zur Abwäscherei. Erst im Zusammenspiel entstehe Qualität. Als Familienbetrieb versteht er sein Haus im wörtlichen Sinn als Familie. Jede Persönlichkeit zähle, jede Rolle sei wichtig. Besonders schätzt er den «young spirit» im Team – die Energie und Freude, die spürbar werde, wenn morgens alle einlaufen. Man sitze abends zusammen, tausche sich aus, wisse voneinander. Genau das mache die Atmosphäre aus.
«Ein gelungenes Erlebnis bei einem Restaurantbesuch ist doch, wenn man fast ein bisschen nach Hause kommt.»
Inhaber und Küchenchef im Restaurant Panorama
An seiner Seite steht die wichtigste Partnerin: seine Frau Manuela. Für ihn ist klar, dass es vorne in der Gästebetreuung «den besten Partner» braucht – jemanden mit Charme, Eleganz und echter Freude am Gastgebersein. In ihr habe er genau das gefunden.
Einen Familienbetrieb allein zu führen, sei kaum vorstellbar. Gastronomie ohne starke Partnerin oder starken Partner bedeute, eine grosse Last allein zu tragen. Es brauche Rückendeckung, jemanden, der die Schultern stärkt und Verantwortung mitträgt. Zu zweit lasse sich nicht nur mehr bewältigen, sondern auch mehr bewegen. «Das Unternehmen ist wie ein Baby», sagt er. Und gemeinsam könne man es wachsen sehen.
Mit Herz und Seele dabei
Für ihn steht fest: Gastronomie braucht eine hohe Grundmotivation. Wenn die Freude fehle, werde es schwierig, authentisch zu bleiben. Gerade in einer ländlichen Region mit engem Gästekontakt lasse sich nichts vorspielen. «Das glaubt dir niemand», sagt er. Sein Antrieb ist seit Jahrzehnten derselbe geblieben: die pure Freude am Beruf. Er schätzt auch die Möglichkeit, kreativ sein zu können und Neues auszuprobieren. «Heutzutage mit dem ganzen Tabletop, Geschirr, und vielen verschiedenen Aspekte, die man einbringen kann, gibt es einfach sehr viele Möglichkeiten, ein Gericht zu präsentieren und die Geschmäcker walten zu lassen.
Was ihn besonders berührt: Er müsse nie auf die Uhr schauen. Während die Zeit in der Schulzeit kaum vergehen wollte, fliege sie heute im Nu vorbei. Service, das Anrichten der Gerichte, der Austausch mit den Gästen – all das bringe «so viele Emotionen» mit sich, dass die Stunden unbemerkt vergehen.
Ein Stück Hartlisberg auf internationalem Terrain
Die Zusammenarbeit mit SWISS beschreibt er als ebenso inspirierend wie fordernd. Für einen kleinen Familienbetrieb, der zwischen Bistro und Fine Dining differenziert und üblicherweise 60 bis 70 Gäste bewirtet, bedeutete die Umsetzung von Gerichten für mehrere Hundert Passagier:innen einen völlig neuen Ablauf. «Das war eine echte Challenge», sagt er. Gerade dieser Perspektivenwechsel habe jedoch gereizt und grosse Freude bereitet.
Die Vorstellung, dass seine Gerichte über den Wolken serviert und mit Emotionen aus Steffisburg verbunden werden, begeistert ihn. Seine Hoffnung: dass Gäste an Bord kleine Glücksmomente erleben, die Aromen mit dem Hartlisberg verknüpfen und für einen Augenblick das Gefühl haben, selbst dort zu sein. Wenn daraus der Wunsch entstehe, diesen Ort eines Tages persönlich zu entdecken, «wäre das das Schönste, was passieren könnte».
Text: Sara Thenen
Bilder: McQueen Films
Publiziert am: 4. März 2026